Schönberg (ABZ). – Am neuen Industriestandort der Firma Sesotec im bayerischen Schönberg zeigt sich nach Angaben der Verantwortlichen, wie regenerative Energiekonzepte in der Praxis funktionieren.
Das Unternehmen, das Anlagen zur Fremdkörperdetektion und Materialsortierung entwickelt und herstellt, setzt auf eine Kombination aus Photovoltaik, Geothermie und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.
Der Neubau umfasst drei eingeschossige Werks- und Logistikhallen mit insgesamt 8193 m² auf einem 56.000 m² großen Grundstück mit Hanglage. Die Architektur stammt von Dietrich Untertrifaller Architekten aus Wien, Brüninghoff agierte als Generalübernehmer. Das Unternehmen Brüninghoff Energy Solutions realisierte das Energiekonzept.
Das Herzstück des Energiekonzepts bildet laut Angaben des Unternehmens eine Photovoltaikanlage auf dem Dach mit einer Leistung von 51 kWp. Sie deckt rund 80 % des Energiebedarfs direkt vor Ort ab, überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Bifaziale Module nutzen sowohl direkte Sonneneinstrahlung als auch reflektiertes Licht.
Die Module wurden in Nord-Süd-Ausrichtung installiert, was zu einem prognostizierten jährlichen Energieertrag von 461 820 kWh führt. Dies entspricht auf Basis von Berechnungen des Umweltbundesamtes einer CO2-Einsparung von etwa 31 865 t pro Jahr. Ein intelligenter PV-Anlagenregler überwacht kontinuierlich die Energieerträge.
Die geografische Lage in Bayern stellte besondere Anforderungen: Aufgrund der hohen Schneelasten waren spezielle Zulassungen für die Module erforderlich.
Das regenerative Konzept kombiniert die Photovoltaikanlage mit Sole-Wasser-Wärmepumpen, die durch Geothermiebohrungen gespeist werden. Der erzeugte Solarstrom wird vor allem für den Betrieb dieser Wärmepumpen eingesetzt, was eine nachhaltige Versorgung der Heiz- und Kühlsysteme des Gebäudes ermöglicht.
Zur Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge gehören fünf Ladepunkte mit einer Gesamtleistung von 5 x 22 kW, die als Doppelwallboxen ausgeführt sind. Diese ermöglichen das gleichzeitige Laden mehrerer Fahrzeuge mit bis zu 22 kW pro Ladepunkt. Ein intelligentes Lastmanagement verteilt die verfügbare Energie effizient auf die angeschlossenen Fahrzeuge und stellt eine ressourcenschonende Nutzung sicher.
Das Projekt zeigt laut Brüninghoff, wie moderne Energiekonzepte zur Reduktion von CO2-Emissionen und zur Ressourcenschonung beitragen können. Die Kombination aus PV-Anlage, Geothermie und nachhaltiger Bauweise soll als Vorbild für energieeffiziente Industriegebäude dienen.