Hannover (ABZ). – Das Land Niedersachsen hat das Bauprogramm 2026 vorgestellt, das mit einem Investitionsvolumen von rund 170 Millionen Euro einen historischen Höchststand erreicht. Dies entspricht nach Angaben des Landes einem Mittelaufwuchs von rund 40 Prozent gegenüber den Vorjahren.
Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne stellte das Programm unter dem Motto „170 Mio. € | 200 km Straße | 8 Brücken" vor. Das Budget setzt sich aus rund 115 Millionen Euro aus dem Kernhaushalt und weiteren 45 Millionen Euro aus dem Sondervermögen zusammen. Hinzu kommt eine Ausgabereserve von 10 Millionen Euro.
Auf einer Gesamtlänge von rund 200 Kilometern soll die Substanz des Landesstraßennetzes verbessert werden. In insgesamt 76 großen Einzelbaumaßnahmen will das Land den Sanierungsstau landesweit abbauen.
Im Rahmen des Masterplans Brücken stehen 2026 acht Großprojekte im Fokus. Dank des Sondervermögens sollen drei strategisch wichtige Ersatzneubauten starten: die Allerbrücke Hodenhagen (L 190), die Okerbrücke bei Groß Schwülper (L 639) sowie die Brücke über die Lapau (L 647).
Mit 26,5 Millionen Euro investiert Niedersachsen nach eigenen Angaben so viel wie selten zuvor in das Radwegenetz. Wo möglich, sollen Straßensanierungen genutzt werden, um Radwege direkt mit zu erneuern.
Erstmalig fließen erhebliche Mittel in Höhe von 75 Millionen Euro bis 2035 in die Standorte und den Fuhrpark der Straßenmeistereien. 14 neue Spezialfahrzeuge sollen noch 2026 den Betriebsdienst verstärken.
Die praktische Umsetzung der Maßnahmen übernimmt die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV). Deren Präsident Timo Quander erklärt: „Das Bauprogramm 2026 ist ein großes Stück Arbeit und durchaus eine Herausforderung für uns als Landesbehörde. Diese Aufgabe nehmen wir aber gerne an. Das Bauprogramm eröffnet uns die großartige Chance, unsere Infrastruktur an vielen wichtigen Stellen in einen besseren Zustand zu versetzen."
Möglich wird das Bauprogramm mit zusätzlichen Mitteln aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz (SVIK) der Bundesregierung. Das Land will das Sondervermögen innerhalb von sieben Jahren vollständig in konkrete Aufträge umsetzen. Insgesamt sollen in diesem Zeitraum 2.000 bis 3.000 Kilometer Landesstraßen erneuert werden.
„Gute Straßen und sichere Brücken sind das Fundament für Wohlstand, Arbeitsplätze und Lebensqualität in einem Flächenland wie Niedersachsen", sagt Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne. „Mit dem Bauprogramm 2026 gehen wir entschlossen in Vorleistung: Wir sanieren schneller, planen klüger und investieren so viel wie nie zuvor."