Oldenburg (dpa). – Der Umschlag in den niedersächsischen Seehäfen ist 2024 im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn Prozent auf 55,5 Millionen Tonnen gestiegen. Insbesondere der Umschlag von festen und flüssigen Massengütern wie Rohöl, Erze oder Baustoffe habe zum positiven Ergebnis beigetragen, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) in Oldenburg.
Das Ergebnis hätte noch besser ausfallen können, wenn nicht binnen weniger Monate zwei Schiffe gegen die Huntebrücke bei Elsfleth (Landkreis Wesermarsch) geprallt wären, sagte Lies. Die Eisenbahnbrücke ist logistisch für die Seehäfen in Brake, Nordenham und Oldenburg wichtig.
Während alle anderen Seehäfen in Niedersachsen beim Umschlag zulegten, brach er bei diesen drei ein. "Oldenburg ist für den Seeverkehr abgeschnitten", sagte Inke Onnen-Lübben, Geschäftsführerin der landeseigenen Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen. Zurzeit ist eine Behelfsbrücke in Betrieb, die keine Dreh- und Klappfunktion hat. Laut der Deutsche Bahn soll spätestens Anfang 2028 die neue Brücke fertig sein.
Niedersachsen betreibt an der Nordseeküste und ihren Zuflüssen die Häfen Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Stade und Wilhelmshaven. Der Automobil-Umschlag blieb in Niedersachsen mit 1,65 Millionen Fahrzeugen nur leicht unter dem Ergebnis des Vorjahres.
"Wir sind auf hohem Niveau immer noch sehr gut", sagte Onnen-Lübben. Emden ist mit Abstand der größte Autohafen in Niedersachsen. Fabrikneue, für den Export bestimmte Fahrzeuge machen einen großen Teil der Umschlagsgüter aus. Der Containerumschlag stieg in Niedersachsen um 59 Prozent auf rund 843.000 Standardcontainer (TEU). "Das ist eine schöne Entwicklung", sagte Onnen-Lübben.