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"Notwendige Reformen, die alles zum Besseren verändern"

Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Abbruchverbands zieht Bilanz und beleuchtet die anhaltenden Herausforderungen und notwendigen Reformen für die Bauwirtschaft.

Von ABZ
Bauaussichten 2026

Der Rückblick eines Unternehmers und Verbandsvorsitzenden auf das wirtschaftliche Branchenjahr kommt natürlich nicht um die Politik der neuen Bundesregierung, die wir in diesem Jahr bekommen haben, herum. Bundeskanzler Merz versprach nach seinem Amtsantritt, dass sich bis zum Sommer die Lage in Deutschland spürbar verbessert haben werde. Nachdem da nichts zu verzeichnen war, war nahtlos vom "Herbst der Reformen" die Rede. Von Reformen, die die heimische Wirtschaft dringend braucht, ist auch jetzt, am Ende des Jahres, nichts zu erkennen.

Schon vor einem Jahr musste ich an dieser Stelle beklagen, dass große Wohnungsbauprojekte, die den dringend benötigten neuen Wohnraum in unsere Städte bringen sollen, auf Eis liegen. Statt des dringend benötigten – bezahlbaren – Wohnraums werden Rechen- und Logistikzentren aus dem Boden gestampft. An dieser Situation hat sich nichts verändert – zumindest nicht hin zum Guten, eher im Gegenteil. Denn leider ist bei den weniger auf den Markt kommenden Ausschreibungen auch wieder zu beobachten, dass der ein oder andere Unternehmer sein Heil in einem ruinösen Preiswettbewerb sucht. Dies kann nicht gutgehen und schadet der gesamten Branche.

Von daher war es wirtschaftlich für viele von uns ein herausforderndes Jahr. Insgesamt hat die Branche diese Herausforderung, die (noch) keine Krise war, aber gemeistert und hatte dann doch noch auskömmlich zu tun im zu Ende gehenden Jahr – auch wenn es zwischenzeitlich nicht immer danach aussah. So war es anspruchsvoll und die meisten von uns können dann doch noch zufrieden zurückblicken auf 2025.

Beim Ausblick in das kommende Jahr 2026 bin ich aber in ernster Sorge. Viele Schulen, Stadthallen und auch Rathäuser sind baulich marode. Die Kommunen haben aber kein Geld, den dringend erforderlichen Rückbau und Ersatzneubau zu beauftragen. Das Sondervermögen Infrastruktur des Bundes schön und gut. Dies wird sicherlich für einige Beschäftigung sorgen. Aktuell vergeben einige öffentlich-rechtliche Landesbanken auch äußerst lukrative Darlehen für die Ersatzbeschaffung von großen Maschinen, wenn diese nachweislich energiesparender sind als das auszumusternde Vorgängermodell. Das ist alles ganz nett. Das sind aber alles Maßnahmen, die aus Steuergeldern (oder Kreditaufnahmen der öffentlichen Hand) finanziert sind. Und damit ist es kein selbsttragender Aufschwung, sondern eine Hilfe des Staates, die entweder auf Pump finanziert wird oder die Steuereinnahmen dann an anderer wichtiger Stelle wieder fehlen. Und wenn dieser Antrieb ausgeschöpft sein wird, wo stehen wir dann? Bis dahin muss Bauen wieder so vereinfacht und damit auch verbilligt werden, dass sowohl große Investoren wie auch "der kleine Häuslebauer" bereit und auch wieder in der Lage sind, wieder in Neubau zu investieren. Dann hat auch die Rückbaubranche zu tun und eine solche Auftrags- und Beschäftigungssituation trägt sich aus sich selbst heraus, und nicht nur durch finanzielle Befeuerung durch den Staat.

In den Zusammenhang gehört auch eine dringend erforderliche Beschleunigung des Baugenehmigungsrechts. Wenn die damit im Zusammenhang stehenden Abläufe durchaus das 8 bis 10fache der anschließenden eigentlichen Baumaßnahme dauern können, so ist da etwas Grundsätzliches falsch. Hoffen wir auf die dringend notwendigen Reformen, die all dies zum Besseren verändern. Je schneller, desto besser, damit 2026 nicht wirklich zum Krisenjahr wird. Allen Lesern der ABZ einen guten Start ins neue Jahr 2026.

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