New York/USA (dpa). | Die Ölpreise haben am Freitag nach dem starken Anstieg am Vortag nur minimal nachgegeben. Am Morgen sank der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November um gut 0,8 Prozent auf 105,72 US-Dollar. Zuvor hatten die Ölnotierungen wegen der anhaltenden Sorgen über die Lage im Nahen Osten kräftig zugelegt - binnen 48 Stunden waren es rund 10 Prozent gewesen.
Seit Jahresbeginn hat sich Brent-Öl um mehr als 70 Prozent verteuert und damit den Inflationsdruck verstärkt. Denn Tanken und Heizen wurden erheblich teurer. Zur Entlastung der Autofahrer soll am Freitag der Weg für einen erneuten Tankrabatt frei gemacht werden.
Die schwarz-rote Koalition will dafür eine Steuersenkung im Bundestag beschließen. Kurz darauf soll das Gesetz auch den Bundesrat passieren, damit es zum 1. Oktober in Kraft treten kann.
Bis 31. Dezember soll die Energiesteuer auf Diesel und Benzin damit um 14 Cent pro Liter gesenkt werden. Die Mehrwertsteuer eingerechnet, ergibt sich eine Entlastung um 17 Cent pro Liter.
Unterdessen scheint es im Iran-Krieg Bewegung zu geben. Über Vermittler sei der US-Regierung ein Plan vorgelegt worden, wonach die Straße von Hormus nach sieben Tagen wieder geöffnet werden könne, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt seien, sagte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi laut der «New York Times» und der «Financial Times» am Rande der UN-Woche in New York. Dazu hieß es aus dem Weißen Haus: «Wir führen über die Vermittler positive und konstruktive Gespräche.»
«Brent dürfte sich wahrscheinlich um 100 bis 110 Dollar halten, solange sich die Lage nicht grundlegend ändert», sagte Haris Khurshid, Anlagechef bei Karobaar Capital, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Eine glaubwürdige Vereinbarung könnte den Preis recht schnell wieder unter 100 Dollar drücken. Weitere Probleme bei Exporten oder in der Logistik könnten dagegen wieder einen Preis von 120 Dollar ins Spiel bringen.
