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Mecklenburg-Vorpommern: Digitalisiertes Straßenbauprojekt realisiert

Die Straßenbauverwaltung Mecklenburg-Vorpommern realisierte ein Pilotprojekt auf der B 105 bei Stralsund mit Groth & Co. Bauunternehmung GmbH, das durchgehend digitalisiert mit Technologien wie RTK-Rover und BIM verlief.

Von ABZ
Pilotprojekt an der B 105
Ohne großen technischen Aufwand erfolgte die Echtzeitvermessung beim Straßenbauprojekt B 105-Knotenpunkt Pütte mit einem sogenannten RTK-Rover , der an ein Smartphone vom Typ "i-Phone Pro" angeschlossen ist. | Foto: Groth

Rostock (ABZ). – Die Straßenbauverwaltung Mecklenburg-Vorpommern hat erstmals ein Straßenbauprojekt auf Basis einer durchgehend digitalisierten Planung, Bauausführung und Abrechnung umgesetzt. Als Pilotprojekt für den Einsatz datenbasierter Technologien diente die komplette Umgestaltung des Knotenpunktes Pütte auf der Bundesstraße 105 zwischen Stralsund und Pantelitz.

Mit der Umsetzung wurde im vorigen Jahr die Groth & Co. Bauunternehmung GmbH aus Rostock beauftragt. Der Straßenabzweig Pütte an der vielbefahrenen B 105 galt aufgrund ungünstiger geografischer Lage als Unfallschwerpunkt. Um diesen zu entschärfen, sollten die Zufahrt von der Gemeinde zur Bundesstraße um 150 Meter in östlicher Richtung verlagert und eine zusätzliche Abbiegespur auf der B 105 angelegt werden.

Auch war vorgesehen, die Bushaltestellen und Entwässerungsanlagen in dem Abschnitt zu erneuern. Mit den Arbeiten wurde im dritten Quartal 2024 begonnen. "Als innovatives und breit aufgestelltes Bauunternehmen loten wir seit einiger Zeit in unseren verschiedenen Geschäftsfeldern aus, wie mit digitalen Technologien die Prozessabläufe am Bau effektiver und präziser gestaltet werden können", sagt Ronny Schwebke, Bauleiter am Pilotprojekt Pütte.

Bei dem Straßenbau-Vorhaben kamen insbesondere zwei neue Technologien zur Anwendung: die Echtzeitvermessung mit einem sogenannten RTK-Rover (Real Time Kinematic) und das Building Information Modelling (BIM).

Bei letzterem handelt es sich um eine modell- und softwarebasierte Arbeitsmethode, die es laut Schwebke erlaubt, "durch digitales Erfassen und Aufbereiten von Daten das gesamte Bauprojekt zu planen, zu modellieren, zu dokumentieren, abzurechnen sowie sämtliche Abläufe zu vernetzen".

Beim RTK-Verfahren wird der GPS-basierte Rover direkt an ein Handy des Typs "i-Phone Pro" angeschlossen. Es ermöglicht die Erstellung von georeferenzierten 3D-Punktwolken sowie Fotos und mit Hilfe von GPS-Korrekturdaten eine zentimetergenaue Positionsbestimmung. Die gesammelten Daten werden genutzt, um beispielsweise Längen, Flächen und Volumen exakt zu berechnen.

Die RTK-Vermessung ist integriert in das digitale BIM-System, mit dem ein Bauablauf-Plan entsprechend den Vorgaben des Auftraggebers erstellt wurde. "Zudem haben wir damit ein Bauwerksmodell konfiguriert, dessen verschiedene Teilobjekte alle nötigen Informationen zur Bauausführung enthalten", beschreibt Bauleiter Schwebke.

Die aufbereiteten Modelldaten dienten zum Beispiel auf der Baustelle zur Maschinensteuerung und für den Soll-Ist-Abgleich. Das erfolgreich abgeschlossene Pilotprojekt in Pütte lieferte der Straßenbauverwaltung MV als Auftraggeber sowie der Groth & Co. Bauunternehmung GmbH als bauausführendes Unternehmen aufschlussreiche Erkenntnisse zum Einsatz von digitalen Technologien speziell bei Bauvorhaben in der Verkehrsinfrastruktur.

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