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Bahn weicht ihre Pläne weiter auf

Deutsche Bahn plant Generalsanierungen, hält Versprechen oft nicht ein und meldet Sperrungen vor Ablauf der 5 Jahre. Der Zeitplan verschiebt sich.

Von dpa

Berlin (dpa). – Die Deutsche Bahn wird ein zentrales Versprechen bei den sogenannten Generalsanierungen ihrer wichtigsten Strecken in einigen Fällen nicht einhalten. Zuletzt versprach die Bahn, dass nach einer solchen Baumaßnahme mit monatelanger Totalsperrung fünf Jahre lang nicht erneut auf den Strecken gebaut wird.

Nach Medieninformationen plant die Bahn aber zahlreiche Sperrungen noch vor Ablauf dieser fünf Jahre.

Ein Grund dafür ist demnach die Leit- und Sicherheitstechnik. Sofern noch nicht geschehen, werden die Strecken bei einer Generalsanierung mit elektronischen Stellwerken ausgestattet. Eigentlich soll die Inbetriebnahme am Ende der Bauzeit erfolgen. Für einige Strecken hat der Konzern der Branche aber nun mögliche Baustellen angemeldet, um die Inbetriebnahme erst einige Monate später vorzunehmen.

"Für Korridore, auf denen die Stellwerkstechnik umfassend erneuert werden muss, prüfen wir vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus dem Pilotprojekt Riedbahn aktuell projektspezifische Konzepte für eine nachgelagerte Inbetriebnahme", teilte ein DB-Sprecher auf Anfrage mit. "Selbstverständlich stimmen wir uns dazu eng mit dem Bundesverkehrsministerium ab."

Eine spätere Inbetriebnahme der elektronischen Stellwerke dürfte jeweils zu rund einer Woche mit neuen Einschränkungen für die Reisenden führen – sofern danach dann alles funktioniert. Die Bahn muss die Branche über solche Baupläne informieren, auch wenn sie sich schlussendlich für eine andere Lösung entscheidet. Nach dpa-Informationen wurden auch einige Baumaßnahmen angemeldet, die zu deutlich längeren Sperrungen führen könnten.

Auf Anfrage hieß es von der Deutschen Bahn, dass regelmäßige Instandhaltungsarbeiten ebenso durchzuführen seien wie die kontinuierliche Pflege und der Rückschnitt der Vegetation entlang der Strecken. "Gleichzeitig sind Sperrpausen möglich, um Neu- und Ausbauprojekte, die an einen generalsanierten Streckenabschnitt angrenzen, wie geplant umzusetzen", sagte ein Bahn-Sprecher.

Das Konzept der Generalsanierung bröckelt damit zusehends dahin. Ursprünglich war von acht bis zehn Jahren Baufreiheit die Rede, die dann auf fünf Jahre verkürzt wurde.

Als das Konzept vorgestellt wurde, sollte jede Baumaßnahme etwa ein halbes Jahr lang dauern – auch dieser Plan konnte nicht eingehalten werden. Für die Strecke Hamburg-Berlin braucht die Bahn beispielsweise neun Monate. Zudem zieht sich die Phase, in der Generalsanierungen stattfinden sollen, in die Länge: Ursprünglich sollte die letzte der rund 40 aktuell geplanten Generalsanierungen 2031 erfolgen. Der Plan verschiebt sich nach aktuellem Stand auf 2036.

dpa

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