Karlsruhe | Grauer Himmel und Regen in Aussicht – doch auf dem Karlsruher Messegelände herrscht reger Betrieb. Trotz des unbeständigen Herbstwetters sind die Platformers’ Days gut besucht. Auf rund 32.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigen die Unternehmen an diesem Donnerstag und Freitag ihre neuesten Maschinen und Lösungen. 30 der insgesamt 125 Aussteller sind erstmals dabei.
Zu den Neulingen gehört auch die Munk GmbH. Roland Wicke, Leiter Vertrieb des Unternehmens, zieht am ersten Messetag eine positive Zwischenbilanz: »Die Resonanz, die wir heute Morgen erfahren haben, war durchweg positiv. Das Wetter macht ein bisschen Strich durch die Rechnung, aber ansonsten gehen wir davon aus, dass es eine gute Messe für uns wird. Wir sind Neuling hier auf der Messe und sind somit natürlich grundoptimistisch.«
Auch bei JCB fällt die Zwischenbilanz am ersten Messetag positiv aus. »Trotz des Regens heute Vormittag läuft es recht gut. Der Stand ist gut besucht, auch wenn es grundsätzlich noch ein bisschen mehr sein könnte. Wir hoffen, dass es am Nachmittag aufklart und mit dem besseren Wetter auch die Besucherzahlen noch etwas steigen«, sagt Marvin Stein, Key Account bei JCB.
Für die Fachmesse ist es die vierte Ausgabe am Standort Karlsruhe. Mit dem Wechsel auf einen zweijährigen Veranstaltungsrhythmus und dem neuen Termin Anfang Oktober wollen die Organisatoren die Position der Veranstaltung im deutschsprachigen Markt weiter stärken.
»Das Feedback der Branche schon vor Veranstaltungsstart zeigt: Die Platformers’ Days befinden sich weiter auf Erfolgskurs und haben sich als etablierter Treffpunkt der Branche fest verankert. Der neu eingeführte zweijährige Messezyklus verleiht der Veranstaltung zusätzliche Wertigkeit und schafft eine starke Plattform für Marktüberblick, fachlichen Austausch und neue Geschäftskontakte. Mit dem neuen Termin Anfang Oktober sowie den Messetagen Donnerstag und Freitag entwickeln wir das Veranstaltungskonzept gezielt weiter und schaffen noch bessere Rahmenbedingungen für Ausstellende und Fachbesuchende im Reigen unserer Baufachmessen«, erklärt Beate Frères, Bereichsleiterin bei der Messe Karlsruhe.
Wie wichtig die Veranstaltung insbesondere für die Vermietbranche ist, unterstreicht Tatjana Gerdes, Marketing Services bei Magni Deutschland. »Die Platformers’ Days sind traditionell unsere wichtigste Messe, da die Höhenzugangstechnik und vor allem der Vermietbereich für uns von großer Bedeutung sind. Wir haben hier immer die Gewissheit, unsere wichtigsten Kunden zu treffen und uns mit ihnen auszutauschen. Für die großen Vermieter ist die Messe eine der ersten Adressen«, erklärt Gerdes. Auch den neuen Messetermin bewertet sie positiv. »Wir sind sehr zufrieden mit dem, was wir in den ersten Stunden erlebt haben, gehen aber davon aus, dass sich das morgen noch steigern wird.«
Auch bei Geda zeigt man sich mit dem bisherigen Messeverlauf zufrieden. »Wir sind sehr zufrieden. Die Qualität der Gespräche ist sehr, sehr gut. Wir wünschen uns natürlich noch etwas mehr Besucher, so wie viele andere auch. Aber die Messe ist speziell auf die Höhenzugangstechnik ausgerichtet, und das passt genau zu uns«, erklärt Tobias Stangl von Geda. Deshalb gehe er davon aus, dass das Unternehmen auch künftig auf den Platformers’ Days vertreten sein werde.
Zu den technischen Höhepunkten gehören eine 100 Meter hohe Lkw-Arbeitsbühne von Wörle am Stand von Ruthmann, eine 75-Meter-Arbeitsbühne von Socage sowie eine Raupenarbeitsbühne mit 54 Metern Arbeitshöhe von Platform Basket. Manitou präsentiert unter anderem den vollelektrischen Teleskopstapler MT625e, während XCMG mit der Teleskoparbeitsbühne XGA48K mehr als 48 Meter Arbeitshöhe erreicht.








Der chinesische Baumaschinenhersteller XCMG will seine Position auf dem europäischen Arbeitsbühnenmarkt weiter ausbauen. »In Europa sind wir noch in den Kinderschuhen und versuchen, uns hier weiterzuentwickeln, die richtigen Produkte für den Markt zu entwickeln und auch in den Markt zu bringen. Im Rest der Welt sind wir da schon besser aufgestellt. Gerade in Asien sind wir Marktführer mit Arbeitsbühnen. Wir versuchen natürlich, auch in Europa so gut wie möglich Fuß zu fassen«, erklärt Thomas Dohmen von XCMG.
Auf der rund 1.000 Quadratmeter großen Demo-Area im Freigelände Nord zeigen Hersteller ihre Maschinen unter realitätsnahen Bedingungen. Neben Arbeitsbühnen von Avant, Genie und Haulotte sowie Minikranen von Hoeflon und Jekko ist erstmals auch Merlo vertreten. Gemeinsam mit Vetter Industrie demonstriert der Teleskopstaplerhersteller ein nachrüstbares Kamerasystem, das die Sicht auf den Arbeitsbereich bei großen Hubhöhen verbessern soll.
Erstmals widmet die Messe der Flurfördertechnik eine eigene Sonderschau. Gemeinsam mit der Händlerorganisation Stapler Plus eG präsentieren verschiedene Unternehmen Lösungen rund um Stapler und ergänzende Dienstleistungen. Damit reagieren die Veranstalter auf die steigende Nachfrage nach dieser Maschinengruppe bei Arbeitsbühnenvermietern.
In der neuen Low-Level Access Area können Fachbesucher zudem kompakte Personenlifte auf einem Testparcours selbst ausprobieren und vergleichen. Die Geräte sind insbesondere für Arbeiten in niedrigen Höhen und beengten Innenräumen konzipiert.
Neben den Maschinenherstellern nutzen auch Anbieter aus angrenzenden Bereichen die Messe, um ihre Produkte vorzustellen und Kontakte zu pflegen. Dazu gehört SpanSet mit Lösungen für Ladungssicherung, Hebetechnik und Höhensicherung. Auch Julian Herzog von SpanSet zieht eine positive Zwischenbilanz. »Wir stellen hier unsere Produkte aus den Bereichen Ladungssicherung, Hebetechnik und Höhensicherung aus und sind sehr zufrieden. Wir haben viel Kundenkontakt, trotz des schlechten Wetters. Vielleicht ist es auch unser Glück, dass sich dadurch mehr Besucher hier drinnen tummeln. Wir haben gute, fachlich interessante Gespräche geführt und können bislang nicht klagen«, berichtet Herzog.
Auch die Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle. Der Schweizer Softwareanbieter Infosystem stellt mit »Genius« eine KI-Anwendung vor, die Bestellungen und E-Mails automatisch erfassen sowie Touren- und Dispositionsvorschläge erstellen soll.
Mit dem Projekt »Girls Wanted: Talent over Gender« setzen Niederstätter, CARGOTRANS und die Platformers’ Days außerdem ein Zeichen für mehr Chancengleichheit und weibliche Fachkräfte in der Vermietbranche.
Die Messe läuft noch bis Freitag, 9. Oktober, um 15 Uhr. Die nächste Ausgabe der Platformers’ Days ist für den 12. und 13. Oktober 2028 geplant.