Berlin (ABZ). – Kokoni One ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Wohnviertel. Hier kommt so vieles zusammen, was wir uns wünschen: eine ruhige, grüne Umgebung und dennoch zentrumsnah und mit dem Vibe der Hauptstadt. Verschiedene Wohnungsgrößen finden sich in unterschiedlich großen Häusern, damit alle Anforderungen und Wünsche erfüllt werden.
Sozial und gleichzeitig individuell. Ein Rückzugsort mit Streuobstwiese. Und vor allem klimafreundlich, nachhaltig, zukunftsfähig.
Im Berliner Stadtteil Pankow, im Ortsteil Französisch-Buchholz, ist genau so ein Vorzeigeprojekt realisiert worden: 32 Doppel- und Reihenhäuser mit Echtholzfassaden, außergewöhnlicher Häuserform inspiriert vom "Berliner Dach", nachhaltigem Energiekonzept mit Erdwärme und Photovoltaik und dezentraler Warmwasseraufbereitung. Gebaut wurde in Holzrahmenbauweise mit SWISS KRONO OSB/3 sensitiv EN300. Das Besondere an dieser OSB-Platte ist laut Hersteller: Sie wird aus Pappelholz hergestellt. Und da Pappel nahezu keine Harze enthält, ist diese OSB/3 von Natur aus emissionsarm und damit auch fast geruchsfrei. SWISS KRONO OSB/3 sensitiv wird deshalb bei hohen Anforderungen an die Luftqualität verwendet.
Ressourcenoptimiertes Wohnquartier
ZRS Architekten Ingenieure planten mit Kokoni One ein ressourcenoptimiertes Wohnquartier mit 84 Wohneinheiten auf 23.000 m² Grundstücksfläche.
Realisiert wurden verschiedene Häuservarianten für unterschiedlich große Haushalte und Familienkonstellationen. Interessenten konnten sich ihr Gebäude individuell zusammenstellen. Beispielsweise sind die Innenwände nicht tragend und können bei sich verändernden Wünschen oder Anforderungen ganz leicht umgebaut werden.
Innerhalb des Wohnquartiers sind immer acht bis zehn Häuser um einen Gemeinschaftshof gruppiert, sodass kleine Nachbarschaften entstehen. Der zentrale Treffpunkt ist eine Streuobstwiese, die zusammen mit einem Spielplatz, einer Workout-Anlage und einem Gemeinschaftshaus den Mittelpunkt des Quartiers bildet.
Der Nachhaltigkeitsexperte Dag Schaffarczyk, Geschäftsführer von Spreeplan, begleitete die Planungen von Beginn an. Er denkt Nachhaltigkeit höchst ganzheitlich und wird auf der Spreeplan-Webseite als "Bautechnischer Weltverbesserer" vorgestellt.
"Ich sehe meine Aufgabe darin, Lösungen für das nachhaltige, nicht den Planeten zerstörende Bauen zu finden. Wie also kann ein möglichst zirkuläres, zukunftsfähiges Stadtquartier aussehen?", sagt Schaffarczyk über seine Arbeit. Und obwohl Schaffarczyk kein Befürworter von Neubauten ist, bat der Investor ihn trotzdem darum, bei der Entwicklung eines nachhaltigen Stadtquartieres zu helfen.
Kriterien für die Nachhaltigkeit
Auf seine Beratung hin hat sich der Investor schon in Vorbereitung des Workshop-Verfahrens zur Architektenauswahl davon überzeugen lassen, Zwei-, Drei- und Vierspänner anstelle von Einfamilienhäusern planen zu lassen. "Einer der wichtigsten Punkte war die Optimierung der Baukörper. Wenn man zwei, drei, vier Gebäude zu einem Objekt zusammensetzt, ergibt das allein durch den Wegfall von Außenwänden ein wesentlich besseres Verhältnis von Fläche zu Volumen."
Außerdem war er federführend daran beteiligt, bestimmte Kriterien für die Nachhaltigkeit aufzusetzen, zum Beispiel hinsichtlich energetischer Versorgung, Grundstücksaufteilung, Biodiversität, Wasserkreisläufe, Ausstattung der Gebäude mit Low-Ex-Energieversorgung und Solaranlagen, Energieverteilung und einiges mehr. "Das sind fast alles Punkte, in denen wir vom konventionellen Bauen abweichen", so Schaffarczyk. "Und mit diesem Kriterienkatalog haben wir den Rahmen für einen Workshop mit geladenen Architekturbüros gesteckt, um die Spezialisten zu finden, die diesen Weg mitgehen." ZRS Architekten Ingenieure hat sich in diesem Workshop durchgesetzt und als idealer Partner für die Generalplanung erwiesen.
Insgesamt lässt sich sagen, dass Dag Schaffarczyk Aspekte wie Ressourcenschonung, Flächeneffizienz und Energieeinsparung schon im Vorfeld der Planung maßgeblich vorantrieb. Hinsichtlich der Bauweise sagt er: "Es gibt so unterschiedliche Holzbauweisen, die mehr oder weniger nachhaltig sind. Wir haben uns sehr für den Holzrahmenbau stark gemacht, weil er viel ressourcenschonender ist als beispielsweise CLT, da er nur einen Bruchteil der Ressource Holz verbraucht."
Hochdämmende Holzrahmenbauweise
ZRS Architekten Ingenieure haben die Nachhaltigkeitskriterien über die Planung und Umsetzung hinweg weiterentwickelt und umgesetzt. So wurden letztendlich alle Gebäude in zirkulärer, hochdämmender Holzrahmenbauweise errichtet.
Die Außenwände sind mit Zellulose gedämmt und mit Lärchenholz verkleidet. Auf Keller und Verbundmaterialien oder Verbundbauweisen wurde verzichtet. Die geneigten Dächer mit PV-Anlagen sind hinterlüftet, sodass auch hier eine diffusionsoffene Konstruktion mit Naturdämmstoffen zum Tragen kommt. Damit ist der Rohbau vollständig kreislauffähig. Lediglich die 20 cm dünne Bodenplatte besteht aus Stahlbeton.
Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Hausladen hat ZRS Architekten Ingenieure ein fossilfreies Energiekonzept für das Quartier geschaffen. Photovoltaik-Dächer für Solarstrom, Erdwärmenutzung und die dezentrale Warmwasseraufbereitung sind feste Bestandteile des ökologischen Konzepts. Da alle Bäder und WCs Fenster haben, braucht es keine Lüftungsanlagen.
Das Unternehmen Terhalle hat die vielen, zum Teil sehr großformatigen Wand- und Dachelemente im Werk in Ottenstein/Ahaus witterungsunabhängig vorgefertigt: mit Einblasdämmung, Fassadenverkleidung und Fenstern. Aus mehr als 14 20 m² SWISS KRONO OSB/3 sensitiv entstanden über 1800 Elemente für Außen- und Innenwände, Gebäudetrennwände und Dächer. In der Reihenfolge der Montage auf den Sattelschlepper geladen, wurden die Elemente nach Berlin transportiert.
Element für Element entstanden die verschiedenen Objekte. Bei den Holzbau-Experten von Terhalle sitzt jeder Handgriff: von der Anlieferung und Verladung über das Bedienen des Kranes und das exakte Positionieren bis zum fixen Montieren der Elemente.