Wischhafen/München (ABZ). – Porr Spezialtiefbau hat die Schlitzwandarbeiten für die Zielbaugrube der SuedLink-Elbquerung auf der niedersächsischen Seite abgeschlossen. Die Arbeiten für das Projekt ElbX wurden kürzlich fertiggestellt, während sich die Tunnelbohrmaschine Elsa von der schleswig-holsteinischen Seite aus unter der Elbe vorarbeitet.
Die Elbquerung ist Teil des Infrastrukturprojekts SuedLink, das von den Über-tragungsnetzbetreibern TenneT und TransnetBW realisiert wird. Im Auftrag von TenneT führt Porr im Rahmen der Arge Tunnel ElbX die Arbeiten aus..
Die Zielbaugrube besteht aus einer Hauptbaugrube für das Schachtgebäude und einer kleineren Baugrube für das Muffengebäude. Da der Zielschacht im Grundwasser liegt, mussten die Baugruben wasserdicht ausgeführt werden. Die Schlitzwände für die Hauptbaugrube haben eine Dicke von 100 bis 120 cm und reichen bis zu 60 m tief in den dichten, tragfähigen Glimmerton.
Der Verbau wird ömit einer Stahlkonstruktion ausgesteift, um die Erdrucklasten abzutragen. Die Arbeiten in dieser Tiefe erforderten nach Angaben des Unternehmens höchste Maßgenauigkeit, um die absolute Dichtigkeit der Fugen und eine vollständig geschlossene Baugrube zu gewährleisten.
Spezielle Betonsohle vorgesehen
Für die kleinere, nur 5 m tiefe Baugrube ist eine Unterwasser-Betonsohle vorgesehen, die zusätzlich mit Mikropfählen gegen Auftrieb gesichert wird.
Als nächste Bauabschnitte stehen die Herstellung der Kopfbalken, der Brunnenbau und der Voraushub an. Die Tunnelbohrmaschine Elsa, die seit Februar 2025 von der schleswig-holsteinischen Seite aus arbeitet, legt täglich etwa 10 m zurück.
Der Spatenstich für die Untertunnelung der Elbe zwischen Wewelsfleth und Wischhafen erfolgte im September 2023. Das Projekt gilt als eines der wichtigsten Infrastrukturvorhaben für die Stromautobahn SuedLink. Der österreichische Baukonzern Porr hat nach eigenen Angaben sich durch strategische Akquisitionen in den Jahren 2013 und 2017 zu einem bedeutenden Anbieter im deutschen Spezialtiefbau entwickelt.
Mit Hauptsitz in München und weiteren Standorten in Berlin, Chemnitz, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hannover, Oldenburg, Seevetal und Stuttgart deckt das Unternehmen ein breites Leistungsspektrum ab. Das Angebot umfasst das Beraten, Planen und Realisieren von Gründungen, Baugruben, Dichtsohlen und Bodenverbesserungen. Porr ist nach eigenen Angaben präqualifiziert für alle Leistungen des Spezialtiefbaus bei der Deutschen Bahn und wurde für ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit ausgezeichnet.
So erhielt das Unternehmen im Juni 2023 das DGNB-Zertifikat "Nachhaltige Baustelle – Spezialtiefbau" für die Baustelle Hafen Straubing. Je nach Bodenverhältnissen und Anforderungen der Auftraggeber kommen verschiedene technologische Verfahren zum Einsatz, darunter Bodenvereisung, Düsenstrahlverfahren, Spülbohrverfahren oder Injektionsverfahren. Für die Erstellung eines sicheren Baugrunds stehen verschiedene Pfahlsysteme zur Verfügung: Bohrpfähle, NG-Frankipfähle (Next Generation), HLV-Stahlpfähle (Hochleistungsverdrängungspfähle), Schraubpfäh-le, Simplexpfähle sowie Mikropfähle und Nägel.
Ein anspruchsvolles Referenzprojekt war die Vertiefung des Hafenbeckens im bayerischen Straubing. Der Auftrag umfasste die Verstärkung bestehender Spundwände mit 1076 Verpress-Dauerankern, die die erhöhte statische Belastung durch die Vertiefung kompensieren sollten. Die Arbeiten erfolgten von einem etwa 42 x 12 m großen Arbeitsponton aus, um den Hafenbetrieb möglichst wenig zu beeinträchtigen.
Besondere Herausforderungen stellten der Umwelt- und Naturschutz dar, da keine Stoffe ins Donauwasser gelangen durften und lärmintensive Arbeiten vor Beginn der Brutzeit am 1. März 2023 abgeschlossen sein mussten. In Hamburg-Rothenburgsort erstellte Porr eine etwa 14 200 m² große, wasserdichte Baugrube für ein Wohnungsbauprojekt der Stadt. Die Spezialtiefbauarbeiten umfassten die Installation von 10 620 m² Dichtwand, 1845 m² Schlitzwand, 14 200 m² Weichgelsohle, 3320 m temporären Litzenankern und 1214 Atlas-TMV-Pfählen. Als besondere Herausforderung erwies sich die Herstellung der durchgehenden Weichgelsohle bei gleichzeitiger Ausführung der Verbauwände unter engem Zeitplan. Zudem stellte die im Baugrund vorhandene, massive Altbebauung erhöhte Anforderungen an das Team.
Breitgefächerte Expertise
Der Geschäftsbereich Porr Spezialtiefbau kann auf zahlreiche Referenzen unterschiedlichster Bauwerke verweisen – von der Sanierung und Reinigung der Kerspetalsperre mit ihrer denkmalgeschützten Staumauer über Straßen, Brücken und Bergbahnstationen bis hin zu Hangsicherungen, Tunneln, Stromleitungen und Windrädern. Auch in felsigem Gelände oder alpinen Hochgebirgsregionen, insbesondere in der Schweiz, verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben über umfangreiche Expertise.