Rendsburg (ABZ). – Die Rader Hochbrücke bei Rendsburg ist ein zentrales Bindeglied auf der wichtigen Nord-Süd-Achse der A 7. Die Teupe Gruppe liefert die Zugangstechnik für den Ersatz-Neubau der Brücke.
Die bisherige Rader Hochbrücke überspannt seit 1972 mit 1500 m Länge und rund 50 m Höhe die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt, den Nord-Ostsee-Kanal, sowie die Borgstedter Enge und die Rader Insel. Sie ist Teil der A 7, der wichtigen Verkehrsachse in Norddeutschland von Hamburg bis Dänemark. Nach mehr als 50 Jahren ist sie dem gestiegenen Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. Deshalb soll nun ein Ersatz-Neubau Abhilfe schaffen.
Die neue Stahlverbundbrücke wird aus je einem Teilbauwerk pro Fahrtrichtung mit drei Fahrstreifen bestehen. Der Ausbau der Strecke wird so gestaltet, dass der Verkehr durch die Bauarbeiten möglichst wenig eingeschränkt wird. Das Bauprojekt startete bereits im Frühjahr 2023 mit dem Bau des östlichen Brückenüberbaus direkt neben der alten Brücke. Die Montage erfolgt im Taktschiebeverfahren, unterstützt durch Litzenhub- und Kranarbeiten. Nach der Fertigstellung wird der Verkehr über diesen Brückenteil umgeleitet, die alte Brücke abgerissen und der zweite Überbau errichtet.
Die Teupe Gruppe liefert in der aktuellen Bauphase des Großprojekts an mehreren Stellen umfangreiche Leistungen und komplexe Zugangstechnik. Der Auftrag umfasst erstens alle Leistungen der Planung und Konstruktion, inklusive der kompletten technischen Bearbeitung, Erstellung der statischen Berechnungen sowie die Anfertigung von Ausführungszeichnungen im technischen Büro von Teupe. Zweitens umfasst er Montage, Umbau- und Anpassungsarbeiten in den einzelnen Bauabschnitten sowie Demontage der Gerüst- und Hebetechnik.
Insgesamt werden an 15 regulären Achsen und einer Hilfsachse die Pfeilerköpfe eingerüstet. Auch die zwei Widerlager erhalten Einrüstungen. Hierfür stehen die Gerüste auf Konsolen, die speziell in der Teupe-Stahlbauwerkstatt angefertigt wurden und durch ihre Diagonale eine Anpassung an die Schräge der Pfeiler erlauben.
Für die Montage ergeben sich durch die Bauwerksgeometrie an den Widerlagern einige Herausforderungen. So erfordert eine Engstelle mit der alten Brücke eine Anpassung der Treppentürme zu den Gerüsten. Und während die meisten Pfeiler eine rechteckige Grundform aufweisen, sind die Widerlager sechseckig, was mit den Gerüsten ausgeglichen wird.
Die beeindruckende Höhe der Pfeiler von bis zu 45 m erfordert außerdem große Mengen an Material für Treppentürme und Aufzüge, um überhaupt bis zu den Pfeilerköpfen zu gelangen. Rund 300 t Stahl- und Gerüstmaterial sind hierfür im Einsatz. Dieses Material an die richtige Stelle zu bringen, stellt hierbei eine große Herausforderung dar, erklärt Marco Westendorf, der zuständige Bauleiter bei Teupe:
"Einige der Pfeiler befinden sich auf der Rader Insel. Unser Baumaterial muss mit einer eigens eingerichteten Fährverbindung dorthin transportiert werden. Generell müssen wir unser Material auf engstem Baufeld vorhalten, um es dann just in time zu verbauen. Der enge Zeitplan des Bauprojektes stellt uns vor Herausforderungen, die wir mit stringenter Logistik und exakter Zeitplanung lösen."
Eine Besonderheit des Projekts ist der wiederkehrende Auf- und Abbau der Gerüste: Vor jedem Taktschub des Überbaus werden die Gerüstlagen zurückgebaut und anschließend erneut montiert – eine logistische und zeitliche Herausforderung, die höchste Präzision erfordert. Hierfür sind etwa acht Mitarbeiter der Teupe Gruppe ständig vor Ort, um einen reibungslosen Ablauf zu gewähren. Aktuell wird der letzte der insgesamt 18 Pfeiler eingerüstet. Der letzte Verschub ist für Februar 2026 geplant, die Fertigstellung und Übergabe des ersten Teilbauwerks erfolgen Ende 2026.
Die Teupe Gruppe konnte bereits jetzt durch die Anfertigung von Bauteilen in den eigenen Werkstätten, statische Berechnungen im eigenen Hause, Know-how und flexible Logistik den ambitionierten Zeitplan für den Neubau der wichtigen Nord-Süd-Verbindung ermöglichen.