Berlin (ABZ). – Einen nach eigenen Angaben "wichtigen Lösungsbaustein für mehr Tempo beim bezahlbaren Wohnungsbau" präsentierten der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) mit Bundesbauministerin Klara Geywitz jüngst in Berlin: Die neue Rahmenvereinbarung Serielles und modulares Bauen 2.0 liefere im Zuge eines europaweiten vergaberechtlichen Ausschreibungsverfahrens 25 zukunftsweisende Konzepte für schnellen, kostengünstigen Wohnungsbau in hoher Qualität. Mitgliedsunternehmen des GdW können die innovativen Wohnungsbaukonzepte von 20 Bietern und Bietergemeinschaften künftig realisieren und damit einen wesentlichen Beitrag für mehr bezahlbares Wohnen leisten, so die Verbände.
Erhoffte Zeitersparnis
Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, sagte: "Wir brauchen mehr Tempo beim Planen, Genehmigen und Bauen, um den dringend benötigten Wohnraum schaffen zu können. Mit dieser neuen Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen können Bauprojekte jetzt deutlich beschleunigt werden. Die Unternehmen sparen Zeit dank Vorfertigung und durchgeplanter Konzepte." Ein weiterer Vorteil sei, dass Unternehmen Geld sparen könnten, "da die Baukosten gesenkt werden, und sie werden gleichzeitig geschützt vor Preisschwankungen, indem sie Preissicherheit erhalten", führte die Ministerin aus.
In einem siebenmonatigen, komplexen und kostenintensiven Verfahren wurden zuvor von einer fachkundigen Jury unter Einbeziehung der Partner Bundesbauministerium und HDB und unter Mitwirkung der Bundesarchitektenkammer die 25 besten seriellen und modularen Konzepte zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ausgewählt.
Schnittstellen reduzieren
Die Rahmenvereinbarung gibt laut HDB ein starkes Preissignal in den Markt, da die Baukosten bei rund der Hälfte der Angebote unter dem Medianwert von unter 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und damit deutlich unter den durchschnittlichen Preisen für Mehrfamilienhäuser in Deutschland aus 2022 lägen. "Die Rahmenvereinbarung ist ein deutliches Bekenntnis zum seriellen und modularen Bauen und für unsere Branche von großer Bedeutung. Weniger Kosten, weniger Zeit, weniger CO2 – die Vorteile liegen auf der Hand", sagt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des HDB. "Das serielle Bauen ist ein ideales Beispiel, wie durch industrielle Prozesse noch effektiver und integrierter geplant und gebaut werden kann."
Durch eine durchgehende und auf die Bauausführung abgestimmte, voll digitalisierte Planung könnten Prozesse optimiert, Schnittstellen reduziert und die Fehleranfälligkeit minimiert werden. Beim seriellen Bauen solle die in Deutschland traditionelle Trennung zwischen Planung und Ausführungsleistung durchbrochen werden.