Frankfurt am Main (ABZ). – Der RICS Global Construction Monitor für das zweite Quartal 2025 zeigt laut dem Berufsverband eine weitgehend flache Entwicklung der weltweiten Bautätigkeit. Während sich Europa leicht erholt, schwächelt die Region Asien-Pazifik.
Deutschland bleibt optimistisch, besonders im Infrastrukturbereich. Der Construction Sentiment Index (CSI) fiel global auf +5 zurück und liegt damit im neutralen Bereich. Das ist der niedrigste Wert seit 2022, wie RICS mitteilt. Besonders die Region Asien-Pazifik verschlechterte sich deutlich auf -15, den schwächsten Wert seit 2020. Ein Großteil dieser negativen Entwicklung geht laut RICS von China aus.
Europa hingegen verzeichnete einen CSI von +15 – den positivsten Wert der Region in den letzten 13 Quartalen. Auf Länderebene wurde starkes Wachstum in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Spanien, Saudi-Arabien und Indien verzeichnet. China und Hongkong erleben weiterhin einen Abschwung.
Im Sektorvergleich wächst die Infrastruktur weiterhin am stärksten – sowohl global als auch in den meisten Weltregionen. Besonders Energie, Transport sowie Informations- und Kommunikationstechnologie zeigen nach Angaben von RICS kräftige Zuwächse. Bei den 12-Monats-Erwartungen wird Infrastruktur in Amerika, Europa und Asien-Pazifik am optimistischsten eingeschätzt.
Für den privaten Wohnbau wird in Europa ein solides Wachstum erwartet. Besonders in Spanien und Deutschland sind die Erwartungen sehr optimistisch. Im Gewerbeimmobilienbau sind die Erwartungen weltweit moderater, aber besser als im Vorquartal.
Fast zwei Drittel der Befragten geben finanzielle Einschränkungen als Haupthindernis für die Bautätigkeit an. Dabei wurden besonders schlechte Kreditbedingungen genannt. 62 Prozent berichten von Materialkostenbelastungen – ein erneuter Anstieg nach Rückgängen seit 2022. Ein weiteres großes Hindernis ist der Fachkräftemangel: 56 Prozent nennen diesen Faktor, besonders im Bereich qualifizierter Handwerksberufe.
Auch Projektmanager sind bei 43 Prozent unzureichend verfügbar. In Amerika und Europa sind die Engpässe besonders stark. In Deutschland sank der Baustimmungsindex leicht von +38 auf +33, bleibt aber im positiven Bereich. Der Ausblick für die Bautätigkeit bei Wohn- und Gewerbeimmobilien steigt weiterhin: von +55 auf +60 Prozent beziehungsweise von +50 auf +75 Prozent.
Deutschland ist europaweit mit +86 Prozent am optimistischsten im Bereich Infrastruktur. Allerdings sind die Nettosalden im Bereich Wohnungs- und Gewerbeimmobilienbau jeweils auf null Prozent gefallen.
"Europa erholt sich weiter und überzeugt mit dem zweiten Anstieg des Construction Sentiment Index in Folge", sagt Susanne Eickermann-Riepe, Vorsitzende des RICS European World Regional Board. Der Infrastrukturbereich bleibe der Trendgeber bei der erwarteten Arbeitsauslastung.