Kassel (mst). – Klein, unscheinbar und noch sehr provisorisch. So startete einst die RO-KA-TECH mit noch wenigen Ausstellern auf einer Tagung in Ober-aula. Seit ihrem Umzug erst nach Leipzig und dann nach Kassel im Jahr 2006 hat sich das Branchentreffen zur Leitmesse für Roh- und Kanaltechnik in Europa entwickelt, wie die diesjährige Messe eindrucksvoll zeigte.
Weit mehr als 300 Aussteller aus dem In- und Ausland und rund 50 Mitaussteller präsentierten auf Ständen, in Fachveranstaltungen oder Live-Demonstrationen alles, was aktuell im Bereich der unterirdischen Abwasserinfrastruktur gefragt und eingesetzt wird. Platz dafür gab es jedenfalls reichlich.
Rund 32 500 m² nutzten die Aussteller, um alte oder noch zu gewinnende Kunden von Produkten und Dienstleistungen zu überzeugen. Geschätzt 13.000 Planer, Entscheider und Netzbetreiber aus zirka 70 Ländern nutzten die Gelegenheit, sich über den aktuellen Stand der Kanaltechnik zu informieren.
Dabei war die Stimmung an den Ständen, so die nicht repräsentative Umfrage der Allgemeinen Bauzeitung, unterm Strich sehr positiv. Offensichtlich werden Kanalsanierungen in vielen Kommunen Deutschlands stark nachgefragt. Zu stark ist dieser Bereich von vielen Städten vermutlich in den vergangenen Jahrzehnten vernachlässigt worden. Und das soll und muss sich bei vielen Kommunen nun ändern.
Wenn ein Wermutstropfen dennoch einmal die ausgestellten Rohre herunter rann, so nur deshalb, weil es offensichtlich, so die Aussage einiger Geschäftsführer der Branche, zu wenig qualifiziertes Personal am Markt gibt, um Aufträge abarbeiten zu können.
Ein anderer Schwerpunkt in diesem Jahr war der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Inspektion von Rohren. Gerade Hersteller der hier eingesetzten Systeme arbeiten offensichtlich mit Nachdruck an neuen Standards, die die Arbeiten in der Vorphase von Sanierungen effizienter und kostensparender machen sollen.
Ein anderes wichtiges Anliegen des Messeausrichters, des Verbandes der Rohr- und Kanal-Technik-Unternehmen (VDRK), war es, das Bewusstsein für die große Bedeutung einer funktionierenden Kanalisation zu schärfen. Genau deshalb galt am Freitag, dem 16. Mai: freier Eintritt für alle. Auf diese Weise hatten auch Schüler, Auszubildende und vor allem Quereinsteiger in die Branche Gelegenheit, sich über die vielfältigen Karrieremöglichkeiten in der Kanal- und Rohrbautechnik zu informieren.