Hamburg (ABZ). – Mit dem Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE) entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Müllverwertungsanlage Stellinger Moor in Hamburg ein Pionierprojekt und Meilenstein der Abfallwirtschaft.
Es soll nach seiner Fertigstellung in diesem Jahr eines der modernsten Abfallverwertungszentren Europas sein und sowohl etwa 9600 t an Wertstoffen pro Jahr durch eine mehrstufige Hausmüllsortieranlage für Recyclingprozesse zurückgewinnen, als auch durch die thermische Abfallbehandlung Strom und Wärme generieren.
Die Kern-Bohr-Technik GmbH aus Lübeck übernahm am alten Müllbunker die Entfernung von Zwischendecken, Unterzügen, Dachflächen und Aufzugschächten, um einen deutlich höheren Neuaufbau des Gebäudes zu ermöglichen. Stahlbetonflächen wurden mit Kernbohrungen und Wandsägen entfernt. Per Seilsäge wurden die Unterzüge gelöst. Die rund 60 t schweren Dachbinder wurden mit einem 750-Tonnen-Kran aus circa 40 m Höhe abgehoben.
An zahlreichen Stellen war laut Beteiligten fast kein Zugang möglich, sodass anteilig nur vom Krankorb ausgearbeitet werden konnte.
Besonders herausfordernd sollen die Wetterbedingungen gewesen sein: Kalte Temperaturen und das Arbeiten im Korb waren laut eigener Aussage eine große Belastung für die Teams. Hinzu sei zum Teil starker Wind gekommen, der zu einigen Zwangspausen geführt habe, da die Krane dann nicht mehr zum Einsatz kommen konnten.
Zu beachten war auch die ständige Höhensicherung bei jeglicher Arbeit in enger Abstimmung mit dem Anschläger vor Ort. Der Stahlbeton zeichnete sich durch einen hohen Bewehrungsgrad aus –teilweise drei 32 mm starke Bewehrungsstähle übereinander bei einer Schnitttiefe von 45 cm. Insgesamt wurden 4400 t Abbruchmasse aus Stahlbeton bewältigt.
Die Kern-Bohr-Technik GmbH ist seit 1986 in der BBS-Branche tätig, aktuell führen Alena Borgwardt und Tim Knodel das Unternehmen mit insgesamt acht Mitarbeitern. Der Fachbetrieb ist Mitglied im Fachverband, Tim Knodel engagiert sich dabei als Regionalleiter Nord, Alena Borgwardt ist Mitglied der Young Professionals.
"An dieser Stelle möchte ich die starke Gemeinschaft der Mitglieder im Fachverband erwähnen", erklärt Tim Knodel. "So konnten wir bei diesem herausfordernden Projekt auf die Unterstützung der Firmen Klingspohn, Erger und MDM zählen. An dieser Stelle danke ich allen Beteiligten für ihr Engagement."