Hamburg (ABZ). – Am Alten Wall 38 in Hamburg entsteht bis Ende 2025 das neue "Haus der Bürgerschaft". Für die Generalsanierung und Erweiterung des ehemaligen Postgebäudes aus den 1950er-Jahren waren umfangreiche Bohrarbeiten nötig.
Die Kurt Klingspohn Spezialabbruch GmbH führte rund 25.000 Einzelbohrungen für Anschlussbewehrungen aus. Der Gebäudekomplex wird für seine künftige Nutzung modernisiert und umgebaut.
Im Zuge der Rückbauarbeiten wurde das Gebäude entkernt und bis auf vier Geschosse abgebrochen, bevor es umfangreich erweitert wurde. Die Umbaumaßnahmen umfassten den Umbau diverser Decken und Wände für neue Fahrstuhlschächte, Lüftungs- und Kabelkanäle sowie zwei neue Treppenhäuser und Gebäudeerweiterungen.
Zusätzlich erfolgten Änderungen in der Gründung für Fahrstuhlschächte, Grundleitungen und Pumpensümpfe. Die Umbauarbeiten erforderten insgesamt rund 25.000 Bohrungen für Anschlussbewehrungen für neue Bügel und Stabstähle. "Eine der Herausforderungen des Projektes war die Koordination der beteiligten Firmen", erklärt Jan-Niklas Witzke, Projektleiter der Firma Klingspohn. "An vielen Stellen war die Zusammenarbeit von mehreren Gewerken erforderlich und die Arbeiten fanden permanent zeitgleich an diversen Bauteilen statt."
Nach dem Abbruch der Decken und Wände mussten die Bohrungen für die Anschlussbewehrungen genau nach Bewehrungsplan erstellt werden. Anschließend wurden die Betonkanten für den besseren Verbund mittels Stockermeißel aufgeraut. Die Stabeisen wurden mittels Hilti Hit-HY 200 oder Hilti Hit-RE 500 eingeklebt, berichtet das Unternehmen. Die Bohrungen erfolgten laut Angaben des Unternehmens nahezu ausschließlich mit Absaugbohrern, da dabei der Aufwand für die Bohrlochreinigung deutlich geringer ausfiel.
Für besonders tiefe Bohrungen – teilweise bis zu 70 cm – kamen Hammerbohrer zum Einsatz. Eine weitere Herausforderung stellte die Vielzahl an unterschiedlichen einzuklebenden Bewehrungseisen dar, für die mehr als 100 Bewehrungspläne mit jeweils diversen Bauteilen und unterschiedlichen Positionen vorlagen. "Somit war es nicht leicht, an der richtigen Stelle die richtigen Eisen zum richtigen Zeitpunkt zur Hand zu haben", so Witzke.
Jedes Bauteil erforderte unterschiedliche Reihenfolgen der Gewerke, da die Bauteilgeometrien verschiedene Abläufe notwendig machten. An einigen Stellen musste zuerst gebohrt werden, dann das Bewehrungseisen vom Stahlbetonbauer vorab eingelegt und daraufhin die Anschlussbewehrung eingefädelt und eingeklebt werden. An anderen Stellen war die Reihenfolge: bohren, Schalung stellen, dann einkleben. "Diese unterschiedlichen Szenarien und Verfügbarkeiten der Gewerke durch die diversen Bauteile auf der Baustelle haben die Koordination herausfordernd gemacht", sagt Witzke. Die erfahrenen Monteure vor Ort hätten diese Aufgaben erfolgreich bewältigt.