Bochum (ABZ). – Bei der Sanierung des Stadions Lohrheide in Bochum kam eine außergewöhnlich große Menge an Gerüstmaterial direkt zum Einsatz. Für die Arbeiten an der Osttribüne des Stadions errichtete die Firma Kochan Gerüstbau aus Lünen 21.000 m³ MJ COMBI-Modulgerüst.
Die Sanierungsmaßnahmen an der "guten Stube" der SG Wattenscheid 09 dauerten zwei Jahre und kosteten 55 Millionen Euro. Ein erheblicher Teil der Arbeiten konzentrierte sich auf die 1992 errichtete Osttribüne mit 4300 Sitzplätzen. Das 3000 m² große Tribünendach aus den 1990er-Jahren wies großflächige Korrosion auf und musste sandgestrahlt sowie neu versiegelt werden.
"Bevor die ersten Gerüst-Teile an so einer Baustelle aufgebaut werden, befasst man sich intensiv mit den Vorbereitungen", erklärt Gerüstbauermeister Sascha Tost von Kochan Gerüstbau.
Die Herausforderung bestand seiner Aussage nach darin, ein Arbeitsgerüst auf der schräg abfallenden Tribüne zu errichten, um Sandstrahlarbeiten am ebenfalls geneigten Dach durchführen zu können.
Besonders komplex gestaltete sich die Konstruktion durch den gleichzeitigen Umbau zur Leichtathletik-Arena. Auf der Fläche direkt unter der Tribüne sollten Sprunganlagen eingebaut werden, weshalb dort nicht gegründet werden durfte. "In der untersten Ebene mussten wir daher vier Meter nach außen auskragen, im obersten Bereich sind wir dann noch einmal mit einem 3-Meter-Ausleger nach außen gegangen", so Tost. Die Lasten wurden mit doppelten Diagonalen in das Hauptgerüst abgeleitet.
Das verwendete MJ COMBI Modulgerüst bietet laut Hersteller hohe Lastaufnahme und maximale Flexibilität. Diese Eigenschaften waren besonders im Dachbereich gefordert. "Die Arbeitsplattform musste sich an die Dachschräge anpassen, um immer einen Höhenabstand von zwei Metern zur Dachhaut zu gewährleisten", erläutert Tost. Die Lösung erfolgte durch entsprechende Erhöhung der Gerüstfelder im 50-Zentimeter-Raster.
Die statischen Anforderungen erforderten intensive Vorplanung. "Da investiert man im Vorfeld schon sehr viel Zeit, um sich mit den Plänen für so ein Vorhaben auseinanderzusetzen", berichtet der Gerüstbauermeister.
In Zusammenarbeit mit einem Statiker wurden die erforderlichen Verstärkungsmaßnahmen ermittelt, um die Lasten in den Boden abzuführen. Die zusätzlichen Belastungen durch Sandstrahlarbeiten, Strahlgut, Holzeindeckung und Verplanung der obersten Lage flossen in die Planung ein.
Als Resultat musste die Arbeitsplattform in der obersten Lage in einem Schachbrettmuster angelegt werden, damit jeder Stiel und jede Achse gleichmäßig ihre Lasten ableiten konnte.
Weitere Herausforderungen ergaben sich durch Abweichungen zwischen den alten Tribünenplänen und den tatsächlichen Gegebenheiten. "Zum Beispiel den Knick, den die Tribüne an den Außenkanten macht, gibt es in den alten Plänen so nicht", erklärt Tost.
An manchen Stellen musste sich das Gerüst der tatsächlichen Kontur anpassen, was Auswirkungen auf die Auskragungen am Dach hatte.
Die Gerüste bildeten gut ein Jahr lang die Grundlage für die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Osttribüne. Mittlerweile sind sie aus dem Stadion entfernt, das nun als Leichtathletik-Arena dient.