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Gefährdet Kiesknappheit die Projekte?

Von ABZ

Düsseldorf (ABZ). – Die Landesregierung NRW möchte mit einer Sanierungsoffensive die Verkehrsinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen zukunftssicher gestalten. Doch die Umsetzung ohne Mineralische Rohstoffe ist nicht möglich.

Infrastruktur zukunftsfest machen

In Nordrhein-Westfalen soll eine große Sanierungsoffensive starten, das kündigte der Verband der Bau- und Rohstoffindustrie e. V. (vero) an. Danach stellte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer die Sanierungsoffensive "Straßeninfrastruktur NRW" vor: "Nordrhein-Westfalen steht vor der gewaltigen Herausforderung, die vorhandene Verkehrsinfrastruktur zukunftsfest zu machen", teilte Verkehrsminister Krischer mit. Viele Straßen, Brücken und Tunnelanlagen seien in die Jahre gekommen, vielerorts sogar "akut gefährdet". Es wäre zu wenig in den Erhalt der vorhandenen Infrastruktur investiert worden, betonte Krischer.

Konkret sollen laut Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalen in den nächsten zehn Jahren rund 400 Brücken ersetzt und 39 Tunnel modernisiert werden. Allein im kommenden Jahr stehen für 35 Brücken Ersatzneubauten an. Darüber hinaus sind nach Aussagen des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr in Nordrhein-Westfalen weitere 873 Brücken-Teilbauwerke besonders sanierungsbedürftig.

Genehmigungsverknappung

"Wir haben in Deutschland keine verknappten Rohstoffe. Wir haben eine Genehmigungsverknappung." Raimo Benger, Hauptgeschäftsführer vero – Verband der Bau- und Rohstoffindustrie. Das sorge für Engpässe bei so wichtigen Baustoffen wie Kies und Sand.

Doch den Sand und Kies abzubauen und in den Umlauf zu bringen, sei nicht so einfach. Nach Angaben von vero dauere es oftmals mehr als zehn Jahre bis zur Genehmigung neuer Kies- und Sandgruben. Das Geflecht der Genehmigungsverfahren sei äußerst komplex, hinzu kämen vermehrte Einsprüche von Naturschutzverbänden.

Vero zitiert dabei eine Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe vom Dezember 2022. Danach wird die Versorgungslage in den Ballungsräumen um Berlin, Köln, Dresden und im mittleren Donautal knapp werden. Deswegen macht sie vero für eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren stark. In nur einem Kilometer Autobahn stecken rund 216.000 Tonnen Gesteinskörnungen, in einer einzigen Brücke durchschnittlich 21.000 Tonnen. Allein für die 400 angesetzten Brücken werden demnach 8 400.000 Tonnen Gesteinskörnungen benötigt.

Vorraussetzungen schaffen

Laut Verkehrsminister Krischer soll vor allem der Einsatz von Recyclingbaustoffen im Straßenbau forciert werden. Der Verband vero spricht sich dabei aktiv für den Einsatz von Recyclingmaterial aus, warnt jedoch gleichzeitig vor Versorgungsengpässen.

Im Jahr 2020 wurden 78 Prozent des angefallenen Bauschutts recycelt, welches lediglich einen Anteil von 13,2 des Bedarfs an Gesteinskörnungen deckte. Die verbleibenden 86,8 Prozent des Bedarfes mussten weiterhin durch Primärrohstoffe gedeckt werden. Vero ruft die Parteien der aktuellen Landesregierung dazu auf, die Voraussetzungen für die politisch gewünschten Entwicklungen zu schaffen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten sowie die Ziele der Sanierungsoffensive "Straßeninfrastruktur NRW" zu erreichen.

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