Berlin (ABZ) - Die kurzfristige Änderung der Förderung für klimafreundliche Heizungen wird von Verbänden und Kammern kritisiert.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) etwa kritisiert die kurzfristig eingeleitete Umstellung der KfW-Produkte in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Nach Mitteilung der KfW gelten ab dem 21. Juli 2026 neue Förderbedingungen für die BEG-Heizungsförderung sowie für die systemische Sanierung von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden. Bis zum Start der neuen Förderbedingungen können laut BID keine neuen Bestätigungen zum Antrag mehr erstellt werden.
"Das ist ein bitteres Déjà-vu" sagt Dirk Wohltorf, Vorsitzender des BID und Präsident des Immobilienverband Deutschland IVD, und führt aus: "Der Übernacht-Förderstopp bei der KfW am 24. Januar 2022 hat damals enormes Vertrauen zerstört. Wir hatten gehofft, dass die Politik aus diesem Fehler gelernt hat. Jetzt erleben Eigentümer, Unternehmen, Energieberater und Finanzierer wieder eine kurzfristige Umstellung. Wieder ohne ausreichende Vorwarnung. Wieder mitten in laufenden Planungen."
Auch die Handwerkskammer Hamburg hat die plötzlich eingeführten Änderungen bei der Heizungsförderung scharf kritisiert. "Unsere Stadt ist gesetzlich zur Klimaneutralität bis 2040 verpflichtet. Die Wärmewende gelingt aber nur, wenn der Austausch fossiler Heizungen auch wirtschaftlich attraktiv ist und der Heizungstausch in Hamburg in großem Maßstab vorankommt", sagte Handwerkskammer-Präsident Hjalmar Stemmann laut Medienberichten.
Dass der Bund die Rahmenbedingungen kurzfristig verändere, unter denen die Kunden ihre Entscheidung zur energetischen Sanierung treffen, sei ein falsches Signal.
Nach den uns vorliegenden Informationen werden zentrale Förderbausteine deutlich eingeschränkt, sagt die BID. Betroffen sind unter anderem Effizienzhausstandards, Boni und Tilgungszuschüsse. Besonders gravierend ist demnach das geplante Abschmelzen der förderfähigen Kosten bei Effizienzmaßnahmen in Mehrfamilienhäusern. Künftig sollen laut BID nur noch 30000 Euro für die erste Wohneinheit, 15000 Euro für die zweite bis sechste Wohneinheit und ab der siebten Wohneinheit lediglich 8000 Euro berücksichtigt werden. Damit verliere die Förderung ausgerechnet in großen Mehrfamilienhäusern und ganzen Wohnungsbeständen massiv an Wirkung. "Wer viele Wohnungen auf einmal modernisiert, wird pro Wohnung deutlich schlechter unterstützt", so der Verband.