Düsseldorf (ABZ) | Neue Architektur hautnah erleben, Inspiration finden und Ideen für eigene Bauprojekte entwickeln – diese Gelegenheit nutzten in Nordrhein-Westfalen viele Besucherinnen und Besucher beim »Tag der Architektur« – trotz der extremen Wetterlage. 141 Wohnhäuser, Quartiere, Gärten und Grünanlagen in 76 nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden öffneten ihre Türen. Von Wohnungen in einer umgebauten Scheune über neue Wohnkomplexe auf ehemaligen Brachflächen bis hin zu universitären Forschungszentren, einem Campus für Digitalisierung, Kirchenumnutzungen und Experimentalbauten reichte die Vielfalt der Besichtigungsobjekte.
»Trotz der großen Hitze haben sich viele Interessierte auf den Weg gemacht, um neue Architekturen zu erleben, um Ideen für eigene Projekte zu finden und mit den Planerinnen und Planern ins Gespräch zu kommen«, erklärt Katja Domschky, Präsidentin der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung vermittele sich am besten vor Ort und im Gespräch. »Das hat das größte deutsche Architekturfestival wieder einmal bewiesen.«
In Nordrhein-Westfalen jährte sich der Tag der Architektur zum 31. Mal. Seit 1996 zieht das Event alljährlich viele Tausend architekturbegeisterte und bauinteressierte Menschen an, die aktuelle gestalterische Entwicklungen, innovative Planungsansätze und technische Lösungen rund um das Bauen und Wohnen kennenlernen und sich mit den Planenden austauschen wollen. Auch in diesem Jahr bestätigte die lebhafte Resonanz den Stellenwert des Formats: Die große Zahl an Besucherinnen und Besuchern – trotz der hohen sommerlichen Temperaturen – machte deutlich, dass der Tag der Architektur weiterhin ein Publikumsmagnet ist.
Auffallend war in diesem Jahr, dass mehr als die Hälfte der Bauwerke Bestandsentwicklungen waren. »Die Planenden haben Bestehendes weitergedacht – klug, nachhaltig, mit Respekt vor dem, was schon da war. Das ist kein Kompromiss, das ist Haltung«, so Kammerpräsidentin Katja Domschky. So werde graue Energie, die in bestehenden Gebäuden gespeichert ist, sinnvoll weitergenutzt. »Qualitäten erhalten statt abreißen: Das sind die Antworten unseres Berufsstands auf die Herausforderungen unserer Zeit«, unterstrich die Präsidentin der größten deutschen Architektenkammer.