Augsburg (ABZ). – Im Augsburger Stadtteil Kriegshaber ist mit dem "Haus Tür an Tür" ein Wohnprojekt entstanden, das sozialen Wohnungsbau mit ökologischen Bauweisen verbindet. Für die 18 Wohneinheiten wurden vorgefertigte Außenwände in Holzständerbauweise mit Kerto LVL von Metsä Wood eingesetzt.
Das Furnierschichtholz trägt laut Hersteller durch seine besonderen Eigenschaften zur Material- und Kosteneffizienz des Projekts bei.Das Gebäude nach Plänen von Streidl, Gilg, Wolff Architekten wurde vom gemeinnützigen Verein Tür an Tür – miteinander wohnen und leben e. V. auf dem Areal der ehemaligen Flak-Kaserne errichtet. Neben den Wohnungen für Mietinteressenten mit geringem Einkommen bietet das Haus auch Räume für Deutschkurse, Hausaufgabenhilfe, Gemeinschaftsaktivitäten und Beratungssprechstunden.
Die Grundlage des Gebäudes bilden tragende und nichttragende Außenwände in Holzständerbauweise, die sich u-förmig um einen massiven Erschließungskern legen. Insgesamt wurden 500 m² Holz verbaut. Das Material speichert nach Angaben der Verantwortlichen mehr CO2, als für die Produktion der Bauteile ausgestoßen wird, und verbessert zudem die Raumluftqualität. Zum ökologischen Konzept gehören auch eine Solaranlage, Regenwassernutzung, Dachbegrünung und Bereiche zum Gärtnern.
Für die tiefe Ständerebene der Außenwände kam Kerto LVL von Metsä Wood zum Einsatz.
Das Furnierschichtholz wird aus 3 mm starken Nadelholzfurnieren hergestellt, die miteinander verleimt werden. Die Entscheidung für Metsä Wood fiel nach Angaben der Projektverantwortlichen, weil das Unternehmen die maßgefertigten Furnierschichthölzer in großen Breiten liefern kann. In Augsburg wurden Elemente mit den Maßen 63 x 300 mm verwendet.
Die Holzelemente zeichnen sich durch ein günstiges Verhältnis von Festigkeit und Gewicht sowie hohe Dimensionsstabilität aus. "Die Maßhaltigkeit von Kerto LVL zeigt sich besonders in der Vorfertigung als gewinnbringend", erklärt Wolfgang Krettenauer, Projektleiter bei der Gumpp & Maier GmbH aus Binswangen, die für die Vorfertigung der Außenwandelemente verantwortlich war.
"Geringe Abweichungen tragen maßgeblich dazu bei, dass industrielle Prozesse im Holzbau gestützt werden und Elemente mit hoher Qualität hergestellt werden können – ohne kostspielige Fehlerquellen."
Die Wandelemente mit einer maximalen Länge von 10,5 m und einer Höhe von bis zu 3,55 m wurden weitgehend im Werk vorproduziert – inklusive Fenster, Verschattung und Fassadenbekleidung. "Für die Arbeit auf der Baustelle bedeutet die Vorfertigung eine enorme Entlastung", so Krettenauer.
Durch ihre hohe Belastbarkeit werden Setzungsschäden verhindert
"Dort müssen die einzelnen Elemente nur noch aufgerichtet werden. Der größte Teil der Arbeiten kann ohne Witterungseinflüsse und unter optimalen Bedingungen für die Mitarbeiter im Werk geschehen." Auch die Schwelle im Erdgeschoss besteht aus Kerto GLVL, einem mehrschichtigen, verleimten Furnierschichtholz mit größeren Querschnitten. Für das Projekt wurden Schwellen in den Größen 100 x 360 mm und 100 x 300 mm eingesetzt.
Durch ihre hohe Belastbarkeit werden Setzungsschäden verhindert und die Langlebigkeit des Gebäudes erhöht. Die äußere Hülle des Gebäudes bildet eine vertikale 21 mm starke Fichtenholzschalung mit Nut- und Federprofil auf einer Lüftungslattung und einer 18 mm starken Unterdeckplatte. Die tragenden Außenwandelemente wurden mit Mineralwolle gedämmt, bei den nichttragenden Elementen kam Zellulose zum Einsatz. Insgesamt erreichen die tragenden Außenwände einen U-Wert von 0,107 W/m²K, die nichttragenden Außenwände einen U-Wert von 0,099 W/m²K.
Mit diesen Werten erfüllt das Gebäude den Effizienzhausstandard 40. Das PEFC-zertifizierte Holz (PEFC/02-31-03) und die Produkteigenschaften des Kerto LVL bilden nach Herstellerangaben die Grundlage für die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit des Wohnbauprojekts.