Linz/Österreich (ABZ). | Swietelsky entwickelte nach eigenen Angaben in Rekordzeit ein innovatives System zur maschinellen Verlegung von Kabeltrögen für die Deutsche Bahn und sichert sich ein Kabeltiefbau-Projekt in Norddeutschland.
Das Unternehmen habe einen Auftrag der Deutschen Bahn zur Kabelverlegung im Vorfeld der ab 2027 geplanten Generalsanierung der Eisenbahnstrecke zwischen Bremen und Bremerhaven erhalten. Zum Einsatz komme dabei eine von dem Bauunternehmen entwickelte Kabeltiefbau-Maschine, mit der erstmalig eine komplett maschinelle Verlegung von Kabeltrögen möglich sei.
Bisher mussten Kabeltröge laut dem Unternehmen aufwändig manuell und mit Einsatz von Baggern verlegt werden, was zu längeren Gleissperren führte. Aufgrund der großen wirtschaftlichen Bedeutung des norddeutschen Bahnkorridors, der die Nord- und Ostsee, das Baltikum und zentrale Regionen Europas verbindet, seien Gleissperren nur sehr eingeschränkt möglich.
Durch das von Swietelsky entwickelte System seien nun Tagesleistungen von 1.500-2.000 Metern möglich, was einer Leistungssteigerung um das 20-fache entspreche. Die notwendigen Arbeiten werden gleisgebunden im Fließbandverfahren durchgeführt, wodurch Gleissperrzeiten signifikant reduziert werden und gleichzeitig Energie und Ressourcen eingespart werden. Bei den Arbeiten zwischen Bremen und Bremerhaven sollen rund 85 Kilometer Kunststoff-Kabeltröge verlegt werden.
Die Entwicklung des maschinellen Kabeltiefbau-Systems durch die Bahnbau-Experten der Swietelsky AG erfolgte in Rekordzeit im Rahmen der Ausschreibung „Kabeltiefbauchallenge“, die von der DB 2022 initiiert wurde. Die Deutsche Bahn plant in den nächsten Jahren tausende Meter Kabeltröge unter anderem für den Ausbau der digitalen Infrastruktur der DB zu verlegen, so das Unternehmen. Durch die bisher aufwändige manuelle Verlegung mit einer Leistung von nur rund 100 Metern pro Tag wären dafür auf verschiedenen Korridoren längere Gleissperren notwendig.
„Das von den Kollegen im Bahnbau entwickelte Kabeltiefbau-System ist ein Meilenstein für den Infrastrukturbau. So eine Leistung ist nur möglich, wenn exzellente Fachkenntnisse, wertvolle Erfahrungswerte und Top-Maschinen zusammentreffen. Bei Swietelsky setzen wir seit Jahrzehnten konsequent auf die Entwicklung leistungsstarker Maschinen, die einzigartig am Markt sind, und vor allem auf das Knowhow und Engagement unserer Expertinnen und Experten“, so Peter Krammer, CEO & COO Bahnbau, Swietelsky AG.
Swietelsky ist nach eigenen Angaben Österreichs drittgrößtes Bauunternehmen und aktuell mit rund 13000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 21 Ländern aktiv. Das Leistungsspektrum erstreckt sich über die gesamte Bau-Wertschöpfungskette bis hin zum Bahnbau und Tunnelbau.