Berlin (ABZ). – "Deutschland kann Tempo, Deutschland kann Leistung – weil wir eine Bauwirtschaft haben, die da ist, wenn man sie braucht!" Höchste Anerkennung zollte Bundesverkehrsminister Volker Wissing in Berlin den deutschen mittelständischen Baufirmen, die "ein wesentlicher Bestandteil der Infrastrukturentwicklung" seien.
Vertreterinnen und Vertreter von rund 550 Firmen waren nach Berlin zum Tag der mittelständischen Bauwirtschaft und Neujahrsempfang gekommen, den die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB) jährlich veranstaltet.
BVMB-Präsident Martin Steinbrecher bestätigte selbstbewusst die Rolle des Baumittelstands als "wirtschaftliches Rückgrat dieses Landes", deren Bedeutung "weit über wirtschaftliche Kennzahlen hinaus reicht", und würdigte das Engagement des scheidenden Verkehrsministers Dr. Wissing, der den anwesenden Branchenvertreterinnen und -vertretern seinen Dank für die geleistete Arbeit aussprach.
Steinbrecher forderte aber von der Politik wesentlich mehr Verlässlichkeit bei Planungs- und Investitionssicherheit für die Bauwirtschaft, damit diese die vielen Bauaufgaben abarbeiten könnte. Des Weiteren brauche die Bauwirtschaft dringend einen Abbau unnötiger Bürokratie und hemmender Nachweispflichten.
"Das Unternehmertum muss auch in die Politik Einzug halten", beklagte BVMB-Präsident Steinbrecher zu starre Strukturen und Schwerfälligkeit in Politik und Verwaltung. Kaufmännisches Denken und ein effizienter Umgang mit dem vorhandenen Geld müsse auch bei den Entscheidungsträgern und der Verwaltung oberstes Gebot werden, um effizienter und zielorientierter bauen zu lassen.
Bundesverkehrsminister Volker Wissing, der dem Tag der mittelständischen Bauwirtschaft seine Aufwartung machte, bestätigte die Forderungen durchaus: "Wir brauchen mehr Verstetigungen von Investitionen", betonte der Minister und wies darauf hin, dass das aufgrund der Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts zu jährlicher Haushaltsplanung nicht immer einfach möglich sei.
Er verwies auch auf eigene Erfolge etwa bei der Beschleunigung von Bauvorhaben. In diesem Kontext führte der Minister als gutes Beispiel die Italiener an, die es innerhalb von zwei Jahren fertigbrächten, eine Brücke zu bauen. Das müsse auch in Deutschland möglich sein, forderte er mehr Mut zu funktionalen Ausschreibungen und Bauzeit als Vergabekriterium.
Steinbrecher würdigte in seiner Rede das Engagement des scheidenden Verkehrsministers und unterstrich dabei seine Verdienste rund um die Schienen-infrastruktur – Stichwort Korridorsanierungen –, ohne dabei aber die Straße aus dem Blick zu verlieren.
Beide Verkehrsträger müssten gleichberechtigt, das heißt bedarfsgerecht auf hohem Niveau mit Finanzmitteln ausgestattet werden, um die an sie gestellten Herausforderungen bewältigen zu können.