Genf/Schweiz (ABZ). – Der Schweizer Schwergutlogistiker Friderici Spécial hat vier SPMT PowerHoss-Module von TII Scheuerle beschafft, um sie als Ersatzfahrwerk für zwei Portalkräne zu verwenden, sagt der Hersteller.
Die Hebevorrichtungen sind zur Erneuerung der Landebahn des Genfer Flughafens vorgesehen und müssen hohe Ansprüche an Tragkraft und Zuverla?ssigkeit erfüllen.
Bei dem Erneuerungsprojekt setzte der Betreiber bislang zwei mobile Portalkräne ein, um die jeweils 15 x 8 m großen und 180 t schweren Betonplatten, aus denen die Fahrbahn besteht, auszutauschen. Die beiden Hebezeuge sind allerdings in die Jahre gekommen und insbesondere das Fahrwerk bereitete Probleme, sodass der Flughafen Genf eine Ersatzlösung suchte.
Gemeinsam mit TII Scheuerle, dem Hersteller von Schwerlastfahrzeugen innerhalb der TII Group, entwickelte das Logistikunternehmen Friderici Spécial das Konzept, die Fahrwerke der beiden Portalkrane durch je zwei SPMT Power-Hoss 260 zu ersetzen. Diese Modelle mit sechs Achslinien bieten jeweils 256 t Nutzlast, erklärt TII Scheuerle. Die Konstruktion musste nun beweisen, dass sie der Aufgabe gewachsen ist und ihren Dienst zuverlässig verrichtet. Die Arbeiten finden zwar während der Nachtruhe des Genfer Flughafens statt, sollte aber einer der Kräne wegen einer Störung auf der Piste stehen bleiben, steht der Flugverkehr still, da der Airport nur über eine Landebahn verfügt.
"Wir mussten eine Liste aller möglichen Probleme erstellen und einen Plan vorlegen, was wir im Falle eines Falles unternehmen. Es muss uns unter allen Umständen gelingen, die Mobilkräne vor Beginn des Flugbetriebs von der Landebahn zu entfernen", erklärt André Friderici, technischer Direktor von Friderici Spécial. Dazu gehört beispielsweise, dass die SPMT PowerHoss mit speziellen Verbindungselementen ausgestattet sind, um sie notfalls mit einem Flughafenschlepper wegfahren zu können. Die Umsetzung des Notfahrplans hat der Flughafen Genf nun gemeinsam mit dem Schweizer Schwergutlogistiker erprobt.
"Dabei ist alles so verlaufen, wie wir es geplant haben. Die SPMT PowerHoss und die Notfallpläne haben tadellos funktioniert", berichtet André Friderici, der insbesondere die hohe Manövrierfähigkeit der Module lobend hervorhebt. Nun müssen nur noch die Portalkräne beweisen, dass sie auch in der neuen Konstellation in der Lage sind, die 180 t schweren Betonplatten anzuheben sowie abzutransportieren. Ferner benötigen sie ausreichende Kraftreserven. "Das erproben wir mit einer Last von 240 Tonnen. Ich bin absolut überzeugt davon, dass das die Transportmodule vor keine Herausforderungen stellen wird", erklärt André Friderici.
Dann kann ab April der Einsatz für die mobilen Portalkräne beginnen, der nach Angaben von Scheuerle voraussichtlich mehrere Jahrzehnte dauern wird. Schon vor dem Einsatz am Genfer Flughafen und unabhängig vom Einsatz als Fahrwerk für Portalkrane hat Friderici Spécial die SPMT PowerHoss Module während verschiedenen Einsätzen erprobt, um ihre grundsätzliche Eignung zu prüfen. Dazu zählte Scheuerle zufolge der Transport von Transformatoren mit mehr als 100 t Stückgewicht und die Beförderung des Bohrkopfs einer Tunnelbohrmaschine in einem engen Stollen. Dabei hätten die Module sowohl ihre Tragfähigkeit als auch ihre Manövrierfähigkeit beweisen müssen.
Die kompakten, selbstangetriebenen Transportmodule aus der Baureihe SPMT PowerHoss sind für schwere innerbetriebliche Transporte geeignet. Sie verfügen nach Herstellerangaben über alle Vorteile der SPMT-Baureihe und sind ebenso funktional, werden aber von einer integrierten PPU angetrieben und lassen sich nach dem Plug-and-Play-Prinzip zu Kombinationen zusammenstellen. Mit diesen sollen auch schwerste Transportgüter sicher befördert werden können.
Die PowerHoss Baureihe umfasst Fahrzeuge mit wahlweise zwei, vier oder sechs Achslinien, sagt Scheuerle. Nutzlasten bis zu 85 t, 175 t beziehungsweise 330 t pro Modul seien so möglich. Ein Verbund von SPMT PowerHoss 330 mit je sechs Achslinien sei in der Lage, Ladegut mit einem Stückgewicht bis zu 1320 t zu versetzen.