Erkrath (ABZ). – Die Transportnachfrage in Europa ist im zweiten Quartal 2025 deutlich gestiegen. Europaweit gab es 23 Prozent mehr Frachtangebote als im Vorjahresquartal. In Deutschland lag der Anstieg sogar bei 32 Prozent.
Auf einen moderaten März folgte ein deutlicher Anstieg bei der Transportnachfrage im April: Europaweit gab es 25 Prozent mehr Frachteingaben gegenüber dem Vorjahresmonat, im saisonal starken Mai waren es 8 Prozent über Vorjahr. Ursächlich dafür waren zum einen die kurzen Wochen aufgrund des Osterfestes und der zahlreichen Feiertage, zum anderen das knappe Lkw-Angebot
Die Laderaumeingaben lagen im zweiten Quartal 5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch der Juni verlor nicht an Dynamik: In der Frachtenbörse von Timocom konnten hier über alle europäischen Länder hinweg sogar 37 Prozent mehr Frachtangebote als im Vorjahr verzeichnet werden.
Das Verhältnis von Fracht- zu Laderaumangeboten lag im zweiten Quartal durchschnittlich bei etwa 80 zu 20. Der Druck auf die geringen Transportkapazitäten ist erheblich.
Die kontinuierlich hohe Nachfrage nach Transportdienstleistungen führte in Deutschland im zweiten Quartal zu 32 Prozent mehr Frachteingaben als im Vorjahresquartal. Diese Entwicklung kann laut Timocom auch als positives wirtschaftliches Signal nach den Zolldiskussionen und den unsicheren weltpolitischen Rahmenbedingungen gesehen werden.
Das Verhältnis von Fracht- zu Laderaumangeboten stieg auf 88:12, auch aufgrund von Nachholeffekten bei export-bezogenen Transportaufträgen, die die erhöhten Zölle abwarteten.
Die Frachtangebote innerhalb Österreichs lagen im zweiten Quartal 35 Prozent höher als im Vorjahr. In den Monaten April und Juni gab es ein deutliches Plus (47 Prozent, 75 Prozent). Das Verhältnis von Fracht zu Laderaum stieg von einem ausgeglichenen Verhältnis von 50:50 im April bis Juni auf 65:35.
Die von Auftraggebern angegebenen Frachtangebotspreise für Standardtransporte liegen aufgrund der anhaltenden Nachfrage auf einem entsprechend hohen Niveau. Auf europaweiten Routen bewegten sie sich im wöchentlichen Durchschnitt zwischen 1,45 Euro/km und 1,66 Euro/km, innerhalb Deutschlands zwischen 1,68 Euro/km und 1,92 Euro/km.
Die Frachtangebotspreise in Deutschland sind im gesamten Zeitraum um rund 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, auf europaweiten Strecken um etwa 5 Prozent.
Die Konjunkturerwartungen in den Mitgliedstaaten der europäischen Union weisen für 2025 nur 11 Länder mit positiven Aussichten aus. Deutschland, Österreich und Frankreich liegen im unteren Viertel. Trotzdem bleibt der Transportbedarf hoch, sodass über die Sommermonate nicht mit einer Entspannung am europäischen Transportmarkt zu rechnen ist.
"Zwar wird der Frachtanteil im Transportbarometer erfahrungsgemäß bis einschließlich August unter 80 Prozent fallen, wenn das Jahresendgeschäft im September startet, wird dieser Wert aber voraussichtlich wieder erreicht werden", prognostiziert Gunnar Gburek von Timocom.