Nordholz/Altenwalde (ABZ). – Zwischen den Anschlussstellen Nordholz und Altenwalde wurde im März dieses Jahres die Erneuerung eines Grabendurchlasses unter der Autobahn 27 abgeschlossen. Der ursprünglich 1978 errichtete Durchlass für den Altenbrucher Kanal musste aufgrund starker Korrosionsschäden am Wellstahlprofil komplett erneuert werden.
Die Autobahn GmbH des Bundes als Bauherr entschied sich für eine Konstruktion aus Stahlbeton-Fertigteilen. Die Fertigung übernahm die Firma Berding Beton, während die Bauausführung durch das Bauunternehmen F. Winkler GmbH & Co. KG aus Bremen erfolgte.
Für den rund 52 m langen Durchlass wurden insgesamt 21 Rahmen-Fertigbauteile aus Stahlbeton mit Abmessungen von 3,8 x 2,85 m verbaut. Jedes Element wiegt 31 t. Da der Verkehr während der Bauarbeiten einspurig je Fahrtrichtung aufrechterhalten werden sollte, wurden die Rahmen mit einem Enddeckel ausgestattet. Dieser ermöglichte den Umschluss der Maßnahme beziehungsweise den Wechsel der Arbeiten für die andere Fahrtrichtung. Zum Lieferumfang gehörten außerdem zwei maßgeschneiderte Endrahmen mit Kopfbalken für den Ein- und Auslauf.
Eine besondere Anforderung stellte die Integration einer sogenannten Otterberme dar. Diese 60 cm breite und 100 cm hohe Erhöhung im Durchlass dient als künstlicher Uferstreifen, der bei normalem Wasserstand nicht überflutet wird.
Die Berme ermöglicht es Fischottern und anderen Wildtieren wie Mardern, Füchsen oder Bibern, den Durchlass trockenen Fußes zu passieren und die stark befahrene Autobahn gefahrlos zu unterqueren. Täglich nutzen laut Verkehrszählung etwa 13.000 Fahrzeuge diesen Streckenabschnitt, darunter etwa 1000 Lkw, die mehr als 3,5 t auf die Waage bringen.
Der Einbau der Betonteile erfolgte in drei Abschnitten bei laufendem Verkehr. Nach Umleitung des Grabenwassers, Ausbau des alten Wellstahldurchlasses und Herstellung einer Stahlbeton-Sohle wurden die Fertigbauteile mittels Autokran in die Baugrube gehoben. Für den Transport waren Hebeanker in die Fertigteile einbetoniert worden, an denen Transportanker mit Kugelkopf befestigt wurden.
Diese erwiesen sich auch beim Zusammenziehen der Elemente als vorteilhaft, da ein Flaschenzug daran befestigt werden konnte. Die umlaufende Rahmen-Dichtung erforderte erheblichen Kraftaufwand beim Zusammenfügen der Betonteile. Nach Abschluss der Kanalverlegung wurde die Tragschicht fertiggestellt und die Fahrbahn in beide Richtungen neu asphaltiert. Michael Wendt, Sprecher der Autobahn-Gesellschaft, zog nach Projektabschluss ein zufriedenes Resümee: "Die Abläufe waren gut geplant, die Materiallieferungen erfolgten termingerecht und der Einbau hat reibungslos funktioniert."
Bauleiter Jens Stehmeier vom ausführenden Unternehmen F. Winkler betonte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Als vorteilhaft erwies sich laut Stehmeier, dass Mitarbeiter des Fertigteilherstellers den Einbau vor Ort begleiteten. Die gesamte Baumaßnahme erstreckte sich von August 2024 bis in den März 2025.