Heide (ABZ). – Die Leitungstiefbau Dithmarschen GmbH (LTBD), eine 100-prozentige Tochter der Stadtwerke Heide, setzt seit ihrer Gründung im Januar 2024 auf elektrische Arbeitsgeräte und Fahrzeuge.
Dabei kommen unter anderem zwei Volvo-Electric-Kompaktbagger der Bezeichnung EC18 zum Einsatz.
Das junge Unternehmen ist im Tief- und Rohrleitungsbau tätig. Für die Firma steht das umweltgerechte Arbeiten nach den Richtlinien des Klimaschutzes im Vordergrund. Steigende Preise und die sinkende Verfügbarkeit von fachlich versierten Unternehmen brachten die Idee der Gründung eines eigenen Leitungsbauunternehmens ins Rollen, erklärt Andreas Hein, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Heide.
Mit Jan Plath, Geschäftsführer der LTBD und Stefan Vergo, Geschäftsführer der Stadtwerke Heide und LTBD, stand auch schnell ein Duo bereit, das den Aufbau des Unternehmens vorantrieb. Ausgestattet mit einem Stammkapital von 500.000 Euro, haben die Stadtwerke die Basis für den Aufbau geschaffen.
Die Stadt Heide hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden. "Aufgrund der im Unternehmenszweck festgehaltenen, ökologischen Arbeitsweise und natürlich der guten Voraussetzung, dass wir die Stadtwerke im Hintergrund haben, fiel es uns etwas leichter in der Herangehensweise", sagt Plath über den Plan, den gesamten Fuhrpark – inklusive der Arbeitsgeräte und Maschinen – zu elektrifizieren.
Bei den Pkw und Transportern setzte das Unternehmen anfangs noch auf Hybride sowie klassische Verbrenner, doch bei den Baumaschinen lag der Fokus von Beginn an auf vollelektrischen Lösungen.
Neben Akkustampfern kommen bei den beiden Arbeitskolonnen zwei Volvo-Maschinen des Typs EC18 Electric zum Einsatz. "Das war eigentlich für uns keine Frage, weil unsere Baustellen meistens im innerstädtischen Bereich liegen, wo gerade das emissionsfreie Arbeiten von großem Vorteil für alle Beteiligten ist", führt Plath weiter aus.
"Sie haben uns durch das Leistungsspektrum, die unkomplizierten Lademöglichkeiten dank Typ-2-Stecker und die absolut ausreichende Batterieleistung überzeugt."
Ralf Schulz, der erste Maschinenführer auf dem EC18 Electric, berichtet von seinen Erfahrungen: "Ich bin schon ein bisschen skeptisch gewesen, weil ich vorher nur auf Verbrennern gesessen habe, aber das hat sich sofort gelegt. Die Bedienung ist vollkommen identisch und leistungsseitig zeigte er keine Schwächen."
Besonders begeistert ist Schulz von der Geräuscharmut auf der Baustelle: "Ich kann mich mit meinem Kollegen ohne Probleme beim Arbeiten abstimmen und habe keine störenden Nebengeräusche. Wenn ich den Bagger nicht bewege, schaltet er sofort in den Ruhezustand, was Akkuleistung spart und im Gegensatz zum Verbrenner im Leerlauf gar keine Geräusche mehr verursacht."
Mit der 48 V starken Lithium-Ionen-Batterie sind laut Hersteller je nach Arbeitseinsatz zwei bis fünf Stunden Betriebszeit möglich. Durch den automatischen Energiesparmodus verringern sich die Betriebsstunden im Vergleich zum klassischen Verbrenner erheblich.
"Wenn ich wirklich mal keinen Saft mehr haben sollte, kann ich mit dem EC18 an jede normale Ladesäule fahren und ihn dort laden. Das erhöht enorm die Flexibilität des Baggers", sagt der Maschinenführer.
Dies sei jedoch ein absoluter Ausnahmefall, die beiden EC18 Electric werden immer über Nacht auf dem Betriebshof der Leitungstiefbau Dithmarschen GmbH geladen.
Das Laden erfolgt mit dem mitgelieferten Kabel in fünf bis sechs Stunden über einen 16 A starken CEE-Anschluss von 10 % auf 100 % oder optional mit einem Gleichstromschnellladegerät von 10 % auf 80 % in weniger als 55 Minuten.
Zum Bedienkomfort der elektrischen Bagger tragen nach Angaben von LTBD die gute Rundumsicht, der 5-Zoll-Farbdisplay mit Dreh-Bedienelement, die geringeren Vibrationen sowie der Wegfall von Abgasemissionen für den Bediener und die zweite Person der Kolonne bei – letztere arbeitet häufig vor dem Bagger im Graben.
Die beiden Maschinen vom Typ EC18 Electric haben sich mittlerweile so gut im Unternehmen bewährt, dass für die Ausstattung einer dritten Kolonne weitere Elektrobagger von Volvo geplant sind.