Frankfurt am Main (ABZ). – Eine Verbändeinitaitive will dem Fahrermangel im den Logistik endlich wirksam begegnen. Bereits Ende 2018 hätten die Unterzeichner dieser Verbändeinitiative einen "Fünf-Punkte-Plan gegen Logistikengpässe und Fahrermangel im Straßengüterverkehr" veröffentlicht und an die Politik übergeben.
Seinerzeit gingen die Verbände bereits von rund 40.000 fehlenden Berufskraftfahrern im Straßengüterverkehr aus. Diese Situation habe sich aber nicht verbessert, sondern im Gegenteil massiv verschlechtert. Heute fehlen lauten der Initiative, zu der unter anderem der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (bbs) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zählen, in Deutschland bereits mehr als 70.000 Fahrer.
Die Situation sei ernst. "Ohne ein Umsteuern entstehen durch den Fahrermangel zu-nehmend Engpässe im Logistiksektor, die Wertschöpfungsketten gefährden und die Versorgungssicherheit bedrohen können",so die Verbände. Die Initiative erinnert vor diesem Hintergrund an den bereits vorgelegten Fünf-Punkte-Plan und weist darauf hin, dass sich dem Fahrermangel nur mit verschiedenen aufeinander aufbauenden, erst nach und nach wirkenden Maßnahmen begegnen lässt.
"Wir schlagen daher der Bundesregierung vor, eine interministerielle Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Verbände einzusetzen, die unter Einbeziehung der betroffenen Ressorts BMV, BMAS, BMI und BMWE eine koordinierte Strategie zur Sicherung des Fahrerarbeitsmarktes entwickelt und umsetzt", so die Verbände.
Von zentraler Bedeutung sind dabei aus unserer Sicht drei Handlungsfelder. Einerseits soll die Attraktivität des Fahrerberufs erhöht und Arbeitsbedingungen verbessert werden.
Zudem sei die Fahrerausbildung vielfach nicht mehr zeitgemäß, gehe teilweise am späteren beruflichen Alltag vorbei und sei zu teuer.
Um den Beruf des Kraftfahrers attraktiver zu machen, brauche es daher eine Reform der Berufskraftfahrerqualifizierung. Die Ausbildung müsse zielgerichteter und praxisnäher werden und dabei auch die Chancen der Digitalisierung besser nutzen.
Als drittes Handlungsfeld solle der Bürokratieabbau entschlossen angegangen und Zuwanderung aus Drittstaaten in den Fahrerarbeitsmarkt erleichtert werden.
Der Straßengüterverkehr leide an einem hohen Grad an Regulierung und Bürokratie. "Hier müssen pragmatischere Regeln gefunden werden, insbesondere in Bezug auf die Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen und Nicht-EU-Fahrerlaubnissen.
Angesichts der großen Herausforderungen muss künftig die Arbeitskräftezuwanderung in den Fahrermarkt deutlich vereinfacht werden. Hierfür sind entsprechende Voraussetzungen zu schaffen und Hürden abzubauen", so die Verbände.