Zum Inhalt springen

Baustofflogistik ein Drittel des deutschen Güterverkehrs

Von ABZ
Verkehrsinfrastruktur
Foto: picture alliance/dpa | Thomas Warnack

Berlin (ABZ). – Mineralische Rohstoffe und Bauprodukte verursachen rund ein Drittel des gesamten Transportaufkommens in Deutschland.

Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt die Bedeutung der Baustofflogistik für die Volkswirtschaft auf. Der Bundesverband Baustoffe fordert mehr Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat im Auftrag des Bundesverbands Baustoffe – Steine und Erden (bbs) eine Studie zur Baustofflogistik erstellt. Demnach werden Sand, Kies, Naturstein, Zement oder Transportbeton überwiegend per Lkw transportiert, da Gewinnungsstätten und Fabriken häufig engmaschig im Bundesgebiet verteilt sind.

Die durchschnittliche Transportentfernung beträgt laut Studie bei Kies, Sand und Natursteinen unter 45 Kilometer. Bei reinen Lkw-Transporten sind es sogar nur 33 Kilometer. Die Lkw-Tonnage an bauaffinen Gütern entspricht dem 2,5-fachen des gesamten Güterverkehrs von Schiene und Wasserstraße.

"Die Versorgung der Bauwirtschaft mit mineralischen Roh- und Baustoffen ist für unseren Wirtschaftsstandort von zentraler Bedeutung: Ohne Bau keine Wohnungen, keine Verkehrswege, keine Energieinfrastruktur", betont Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des bbs.

Deutsche Lkw bewegen nach seinen Angaben fast die Hälfte ihrer Gesamttonnage allein mit Baustoffen. Eine Verlagerung auf andere Verkehrsträger ist aufgrund kurzer Transportstrecken und fehlender Anbindungen nur in Ausnahmefällen möglich. Auf längeren Distanzen kommen auch Bahn und Binnenschiff zum Einsatz.

Die Studie zeigt, dass die Branche aufgrund ihrer hohen Transportkostenintensität erheblich von steigenden Logistikkosten betroffen ist, beispielsweise durch CO2-Bepreisung. Hinzu kommen teilweise längere Transportwege durch die tendenziell rückläufige Zahl von Gewinnungsstätten. Engpässe bei Fahrpersonal, Fahrzeugen und Infrastruktur stellen weitere Herausforderungen dar.

"Eine Verteuerung des Lkw-Verkehrs allein löst keine Verlagerungseffekte aus – sie verteuert nur das Bauen", erklärt Frederichs. Für eine klimafreundliche Baustofflogistik brauche es technologieoffene Lösungen, insbesondere die rasche Defossilisierung des Lkw. Gleichzeitig müssten schnellere Genehmigungsverfahren für den Rohstoffabbau und ausreichend Fachkräfte in der Logistik Priorität haben.

Der Verband kritisiert die geplanten Ausgaben im Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Zwar würden die Investitionen in die Infrastruktur insgesamt steigen, parallel seien aber die geplanten Ausgaben im Kernhaushalt allein 2025 um über sechs Milliarden Euro gekürzt worden.

Insbesondere für die Modernisierung von Bundesfernstraßen brauche es deutlich mehr Mittel als die vorgesehenen zehn Milliarden Euro pro Jahr, da die Straße den größten Anteil des Verkehrs schultern müsse. Der Verband fordert die Bundesregierung auf, das Sondervermögen ausschließlich für zusätzliche Investitionen zu nutzen und parallel die Finanzierungsarchitektur für die Bundesverkehrswege zukunftsfest zu machen.

ABZ

ABZ

Gebaut wird überall, und das zu jeder Zeit! Die Allgemeine Bauzeitung begleitet das gesamte Baugewerbe. Schnell, sachlich und neutral - so sind wir Deutschlands meistgelesene Baufachzeitung geworden.

Alle Artikel

Weitere in Verkehrsinfrastruktur

Alle anzeigen

Wasserstraßen verdienen Unterstützung

Von dpa
/

A20-Bauarbeiten in Niedersachsen gestartet

Von dpa
/

Weitere von ABZ

Alle anzeigen