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Hermann Meudts Klebetechnik modernisiert Bushaltestellen

In Wittlich-Wengerohr wurden Bushaltestellen barrierefrei modernisiert. Die Klebetechnik von Hermann Meudt ermöglichte eine effiziente und weniger störende Umsetzung.

Von ABZ
Verkehrslösung für Wittlich
Die Haltestellen können nun auch von Niederflurbussen angefahren werden. | Foto: Meudt

Wittlich (ABZ). – Wie handhabt man eine Baumaßnahme, bei der in einem noch recht frisch sanierten Abschnitt einer viel befahrenen Straße zwei gegenüberliegende Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut werden sollen? Vor dieser Frage standen die Planer in Wittlich-Wengerohr in Rheinland-Pfalz im Jahr 2023.

Würde im Zuge der Neuanlage der Haltestellen und Querungsinseln auch der Fahrbahnbelag erneuert werden müssen oder gäbe es eine weniger aufwendige Lösung? Die Verantwortlichen wurden bald auf die Bordsteinklebetechnik aus dem Betonsteinwerk Hermann Meudt aufmerksam. Dieses bietet nach eigenen Angaben ein Sortiment an barrierefreien Verkehrsleitsystemen, die einfach auf vorhandene Verkehrsflächen geklebt werden können.

Noch bis vor einigen Jahren war die Bernkasteler Straße in der Ortsdurchfahrt Wengerohr als B 50 eine überregionale Verkehrsverbindung und auch als direkte Verbindung der Mittelzentren Wittlich und Bernkastel von großer Bedeutung. Der Schwerverkehrsanteil war aufgrund der Nähe zu einem Gewerbegebiet sehr hoch. Mit dem Bau der L 53 als Ortsumgehung Wengerohr im Jahre 2013 hat sich das Verkehrsaufkommen in der Bernkasteler Straße wesentlich verringert. Die Straße wurde in eine Landesstraße abgestuft, frisch saniert und erhielt in diesem Zuge eine neue Asphaltdecke.

Wegen der geringeren Verkehrsbelastung wurden die alten Busbuchten nicht mehr benötigt. Daher entschieden sich die Verantwortlichen im Jahr 2024 dazu, die bestehenden Bushaltestellen barrierefrei umzugestalten, damit diese mit Niederflurbussen angefahren werden könnten. Außerdem wurden breite Aufenthaltsbereiche für ein- und aussteigende Fahrgäste geschaffen und ein neuer Fahrgastunterstand in Fahrtrichtung Wittlich errichtet.

Thomas Pitsch vom Ingenieurbüro Stratec GmbH aus Wittlich sagt rückblickend über die Maßnahme: "Der ganze Bereich, der zuvor eher für die Nutzung durch Schwerlastverkehr ausgelegt war, sollte nun verkehrsberuhigt werden. Daher wurde in der überbreiten Fahrbahn der Bernkasteler Straße eine Überquerungshilfe angelegt. Aus Richtung Wittlich kommend blieb die Lage der Bordsteinvorderkante im Bereich der Bushaltestelle unverändert. Der bestehende Hochbordstein wurde jedoch auf einer Länge von 12 m durch Sonderbordsteine für Niederflurbusse mit 20 cm Abstich ersetzt." Die Planer verwendeten das System Niflux vom Betonsteinwerk Hermann Meudt.

Dieser zweistufige Niederflur-Busbordstein im Format 18 x 36 cm (Niflux 20) verfügt laut Hersteller über eine zurückgesetzte Bordkante und ermöglicht damit ein schonendes Herantasten des Reifens an die Busbucht. In der Gegenrichtung wurde der"Einschwenkungsbereich" der bisherigen Busbucht rückgebaut. Die freiwerdende Fläche wird nun als Fahrbahn genutzt. Der neue Wartebereich verläuft jetzt parallel zur Grundstücksgrenze der Straßenparzelle. Hierdurch entsteht an der Vorderkante der neuen Bordanlage ein längeres Geradenstück, an das die Busse bequem heranfahren können.

In diesem Bereich kommt auf einer Länge von 12 m ebenso das System Niflux zum Einsatz. Auf beiden Seiten wurden im Anschlussbereich zur vorhandenen Hochbordanlage und zu den Einfassungssteinen im Bereich der Überquerungshilfe entsprechende Übergangsbordsteine von Meudt verwendet. Die Sonderbordsteine und die Übergangssteine bestehen nach eigenen Angaben aus frost- und tausalzbeständigem Beton und sind zur besseren Erkennbarkeit weiß beschichtet. Im Bereich der Bushaltestelle und der Überquerungshilfe wurden taktile Leitsysteme in Form von geriffelten und genoppten Betonfertigteilen verbaut, um Menschen mit Sehbeeinträchtigungen eine Orientierung zu ermöglichen.

Die Bordsteine wurden in einem speziellen Verfahren verklebt, und zwar auf der geschnittenen Seite. Dadurch, dass die Flachborsteine nicht konventionell eingebaut werden mussten, konnten Verkehrsbehinderungen während des Umbaus der Haltestellen auf ein Mindestmaß reduziert werden.

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