Regensburg (ABZ) | Spezifische Details sind bestimmend für die optische Qualität eines Bauwerks – insbesondere, wenn Beton als sichtbares Element der Gestaltung eingesetzt wird.
Mit Betogel bietet Fabrino nach eigenen Angaben ein Mikroauswaschgel zur Herstellung strukturierter Betonoberflächen an. Das Produkt dient laut Hersteller dazu, die Freilegung der Gesteinskörnung gezielt zu steuern und gleichmäßige Sichtbetonoberflächen zu erzeugen. Es richtet sich an Planungsbüros sowie Hersteller von Betonfertigteilen und Ortbetonbauteilen, bei denen sowohl die Oberflächenqualität als auch reproduzierbare Fertigungsprozesse eine Rolle spielen. Architekturbeton stellt hohe Anforderungen an die Gleichmäßigkeit der Oberflächen. Bauwerke wie die James-Simon-Galerie oder Bereiche des Humboldt Forums in Berlin zeigen, wie unterschiedlich Beton durch die gezielte Freilegung der Gesteinskörnung wirken kann.
Nach Angaben des Herstellers lässt sich dieser Effekt mit Betogel kontrolliert einstellen, sodass homogene Oberflächenstrukturen mit definierter Tiefenwirkung entstehen. Das Mikroauswaschgel wirkt laut Hersteller direkt auf die Zementhaut des frischen Betons. Durch eine definierte Absäuerung wird die oberste Zementschicht gleichmäßig abgetragen, wodurch die Zuschlagstoffe kontrolliert freigelegt werden. Im Unterschied zu mechanischen Verfahren sollen dadurch Oberflächen ohne Strahlschatten oder vergleichbare Unregelmäßigkeiten entstehen. Für Architekturbeton stehen nach Herstellerangaben verschiedene Wirkungsgrade zur Verfügung.
Dadurch kann die Intensität der Freilegung an die gewünschte Oberflächenwirkung angepasst werden – von einer dezenten Struktur bis hin zu einer deutlich ausgeprägten Körnung. Die Ergebnisse sollen sich sowohl bei Einzelanfertigungen als auch in der Serienproduktion reproduzierbar herstellen lassen.
Ein weiterer Aspekt ist die Konsistenz des Gels. Nach Angaben von Fabrino haftet das Material auch auf senkrechten Flächen, wodurch sich das Verfahren für unterschiedliche Bauteilgeometrien eignet. Neben der Oberflächenqualität verweist der Hersteller auf wirtschaftliche Aspekte. Im Vergleich zu klassischen Strahlverfahren seien weder Strahlanlagen noch Strahlmittel oder ein hoher Energieeinsatz erforderlich.
Gleichzeitig könnten gleichmäßige Oberflächen den Aufwand für Nacharbeiten reduzieren und die Produktionsabläufe besser kalkulierbar machen. Dr. Klaus Hörmann, Geschäftsführer von Fabrino, betont: »Unsere Kunden suchen nach Wegen, anspruchsvolle Entwürfe mit maximaler Verlässlichkeit und einem exakten Oberflächenbild zu realisieren.« Er führt weiter aus: »Mit Betogel schaffen wir die Voraussetzung dafür, hochwertige Sichtbeton-Optik und wirtschaftliche Herstellung erfolgreich zu vereinen.«
Nach Herstellerangaben sind aktuelle Produktvarianten geruchsarm und korrosionsreduziert ausgeführt. Zudem entfällt im Vergleich zu mechanischen Oberflächenverfahren die Staubentwicklung. Dies kann laut Hersteller die Arbeitsbedingungen sowohl im Fertigteilwerk als auch auf der Baustelle verbessern. Die mit Betogel behandelten Betonoberflächen verfügen nach Angaben des Unternehmens über eine natürliche Rutschhemmung und lassen sich mit Oberflächenschutzsystemen wie Imprägnierungen kombinieren. Damit eignet sich das Verfahren laut Hersteller für Anwendungen, bei denen strukturierte Sichtbetonoberflächen mit gleichbleibender Qualität gefordert sind.