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Bauzeiten können sich um bis zu 40 Prozent verkürzen

Der Modulbau gewinnt auf deutschen Baustellen an Bedeutung. Bei dieser Bauweise werden Gebäude aus Raummodulen errichtet, die bereits in der Halle des Herstellers anschlussbereit vorgefertigt werden. Branchenexperten sehen darin einen deutlichen Entwicklungsschritt für die Bauwirtschaft, insbesonder

Von ABZ
Vorgefertigte Raumzellen
Präzise Planung schafft die Voraussetzung für absolute Passgenauigkeit und ist unabdingbar, wenn mehrere Raummodule neben-, auf-, unter- oder übereinander verbaut werden sollen. | Foto: Achim Dathe/SH HOLZ

Lingen (ABZ). – Der Modulbau gewinnt auf deutschen Baustellen an Bedeutung. Bei dieser Bauweise werden Gebäude aus Raummodulen errichtet, die bereits in der Halle des Herstellers anschlussbereit vorgefertigt werden.

Branchenexperten sehen darin einen deutlichen Entwicklungsschritt für die Bauwirtschaft, insbesondere im Holzbau.

Der Holzbau-Sachverständigen Ralf Stoodt von der Vereinigung ZimmerMeisterHaus in Schwäbisch Hall sowie Stefan Höötmann, Geschäftsführer des Anbieters SH Holz & Modulbau aus Lingen, äußerten sich über die Marktentwicklung.

Der wesentliche Unterschied zum Holzrahmen- und Holztafelbau liegt nach Angaben von Stoodt in der Größe der verbauten Einheiten. "Während beim Holzrahmen- und Holztafelbau Wände und Decken einzeln hergestellt und erst am Bestimmungsort miteinander verbunden werden, geschieht das beim Modulbau bereits im Werk", erklärt der Sachverständige.

Dabei bestehe die Möglichkeit, den weiteren Innenausbau mit fertigen Oberflächen an Wänden, Decke und Boden inklusive installierter Haustechnik bis hin zu Einbaumöbeln ebenfalls im Werk vorzunehmen. Der Modulbau ermögliche somit eine erheblich höhere Fertigungstiefe.

Als besonderen Vorteil der Modulbauweise nennt Höötmann die Zeitersparnis. "Der Holzmodulbau ist um bis zu 40 Prozent schneller als der zimmermannsmäßige Holzrahmen- und erst recht als jeder konventionelle Mauerwerksbau", so der Geschäftsführer. Die Raumzellen würden bereits im Werk projektspezifisch konfiguriert und wunschgemäß ausgestattet.

Beim Modulbau handelt es sich laut Stoodt um einen überschaubaren, relativ jungen Nischenmarkt. Gegenwärtig seien rund drei Dutzend Modulhersteller in Deutschland aktiv. Die Zahl der Anbieter wachse jedoch, da sich der Markt auffächere. Es gebe Module aus Holz, Stahl, Mauerwerk und Beton sowie verschiedene Werkstoffkombinationen. Eine amtliche Statistik, die den Modulbau in seiner ganzen Bandbreite erfasse und untergliedere, existiere noch nicht, so der Sachverständige.

Einen Anhaltspunkt für die Leistungsfähigkeit eines Modulherstellers liefern nach Angaben von Stoodt Zertifizierungen von neutralen notifizierten Stellen. Da der Modulbau keine normativ geregelte Bauweise sei, biete die Europäische Technische Bewertung (ETA) die Basis für den umfassenden Nachweis der Erfüllung der bautechnischen Anforderungen.

Mit der ETA-Zertifizierung würden Hersteller regelmäßig auf Einhaltung der von ihnen in der ETA deklarierten Ausführungsstandards überwacht. Einer der ersten Anbieter mit ETA und der dazu gehörigen Zertifizierung für Holzbau-Module sei das ZMH-Mitgliedsunternehmen SH Holz & Modulbau aus Lingen. Als weiteren Vorteil des Modulbaus nennt Stoodt die Logistik.

Module würden exakt zum Montagezeitpunkt auf die Baustelle geliefert, wo sie im Idealfall unmittelbar nach der Ankunft ohne Zwischenlagerung in Position gebracht und montiert werden könnten. Aus mehreren Raummodulen entstehe so innerhalb kürzester Zeit das jeweilige Gebäude.

"Bauen mit Modulen bedeute nicht, Räume mit immergleichen Flächenmaßen aneinanderzureihen", betont Höötmann.

"Intelligente Anbieter beherrschen die Kunst, Raummodule unterschiedlicher Abmessungen so zu arrangieren, dass ein attraktives Gebäude mit abwechslungsreichen Grundrissen entsteht", so der Geschäftsführer.

Unter allen verfügbaren Baustoffen setze sich das Bauen von Modulen unter Verwendung eines Holz-Tragwerks immer mehr durch, erklärt Stoodt. Hintergrund sei einerseits die Nachhaltigkeit von Holz und andererseits die Weiterentwicklung der bauordnungsrechtlichen Anforderungen, mit denen inzwischen Gebäude bis zur Hochhausgrenze problemlos mit einem Holztragwerk ausgeführt werden dürften.

Für Holz spreche das günstigste Verhältnis von Tragfähigkeit zu Gewicht. Holzbauteile und Module aus Holz könnten im Vergleich zu Mauerwerks- und Betonbauweisen besonders wirtschaftlich und klimaschonend auf die Baustelle transportiert und dort direkt montiert werden.

Nach Herstellerangaben bindet ein Kubikmeter Nadelholz etwa eine Tonne CO2. "Daraus resultiert ein ökologischer Fußabdruck, mit dem sich kein anderer Baustoff messen kann, so Höötmann. Auch das geringere Gewicht von Holzmodulen gegenüber mineralischen Pendants führe zu einer besseren Ökobilanz durch spritsparenderen Transport.

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