Ein neues Jahr 2026 hat begonnen. Die Herausforderungen für die Bau- und Wohnungspolitik sind nicht kleiner geworden. Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist hoch und die Zahl der fertiggestellten Wohnungen ist zu niedrig, um mit der Nachfrage Schritt zu halten.
Trotzdem bin ich optimistisch: Die Zahl der Baugenehmigungen steigt wieder – und auch wenn man in einer Baugenehmigung erstmal noch nicht wohnen kann – wichtige Indikatoren deuten klar darauf hin, dass es wieder aufwärts geht beim Wohnungsbau. Die Auftragseingänge im Hochbau steigen und das Kreditvolumen hat angezogen. Wir unterstützen diesen Aufwärtstrend als Bundesregierung mit aller Kraft und stellen die richtigen Weichen.
Mit dem Bau-Turbo bringen wir Tempo in die Planungsprozesse. Die Kommunen können vom geltenden Planungsrecht abweichen, schneller genehmigen und viel Bürokratie vermeiden. Das kann der Booster werden für Aufstockung, Nachverdichtung, Erweiterung am Ortsrand oder Umnutzung – alles ohne, dass ein Bebauungsplan aufgestellt oder geändert werden muss. Damit die Kommunen dieses schlagkräftige Instrument tatsächlich zur Anwendung bringen, vernetzen wir die Experten aus der Praxis mit einem Umsetzungslabor, das gut angenommen wird: An den Veranstaltungen haben bislang über 4000 kommunale Verantwortungsträger, Interessierte und Planer teilgenommen.
Mit einem starken Haushalt setzen wir auch die nötigen investiven Impulse: Wir geben Rekordsummen an Bundesmitteln in den sozialen Wohnungsbau der Länder – von 2025 bis 2029 insgesamt 23,5 Milliarden Euro, die Mittel der Länder kommen noch hinzu. Wir führen die Förderung klimafreundlichen Neubaus fort und das ist eine Erfolgsgeschichte – seit Programmstart wurden rund 120.000 Wohneinheiten und über 2.000 Nichtwohngebäude gefördert. Und seit kurzem steht fest: Die im Koalitionsvertrag vereinbarte temporäre EH-55-Plus-Förderung zur Aktivierung des Bauüberhangs ist auf dem Weg. Die vorgesehenen 800 Millionen Euro werden dazu beitragen, dass viele Bauprojekte mit Baugenehmigung nun auch unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen realisiert werden können.
Damit der Wohnungsbau einen Schub bekommt, müssen aber auch die Baukosten runter. Wenn Eigentumswohnungen für 5000 Euro je qm aufwärts gebaut und Mietwohnungen für 20 Euro je Quadratmeter vermietet werden, können das viele nicht bezahlen. Und wenn sich Projekte auf diesem Kostenniveau nicht refinanzieren, werden die Wohnungen eben gar nicht erst gebaut. Das wollen wir ändern – zum Beispiel mit dem Konzept des Gebäudetyps E, für den die Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig und ich die Eckpunkte im November vorgestellt haben. Eine sinnvolle Abweichung von zahlreichen DIN-Normen soll zukünftig keinen Mangel mehr darstellen und auf diese Weise kann viel Geld gespart werden. Zusammen mit den Ländern – die sich für eine gemeinsame Plattform "kostenreduziertes Bauen" entschieden haben – wollen wir möglich machen, richtungsweisende Ideen und gute Beispiele in der Fläche durch die Bau- und Immobilienwirtschaft zu skalieren.
Spätestens hier wird deutlich: Auch wenn alle zurecht auf die Politik schauen, deren Job es ist, gute Rahmenbedingungen zu gestalten – die Zukunft wird auch in der Baubranche selbst gestaltet. Serielles und modulares Bauen auf hohem ästhetischem Niveau, Digitalisierung und Building Information Modeling, innovative und ressourcenschonende Prozesse und Werkstoffe, das sind nur einige Schlagworte für Trends in der Baubranche, die dabei sind, die Welt des Wohnungsbaus zu revolutionieren. Viele Unternehmen sind hier schon mit Volldampf auf dem Weg in die Zukunft. Weitere müssen folgen.
Und so kommt es auf beides an: Unternehmergeist und Zukunftswillen in der Bauwirtschaft auf der einen Seite und ein gut aufgestelltes Bundesbauministerium auf der anderen Seite, das die Interessen und Anliegen der Branche versteht und in die Gestaltung zukunftsweisender Rahmenbedingungen überführt. Ich freue mich, als Bundesbauministerin verlässlich an Ihrer Seite zu stehen und weiß: Wenn es der Baubranche gut geht, dann ist das eine gute Nachricht für den Wohnungsbau und für unsere Volkswirtschaft.