Berlin (ABZ). – Die moderne Holzmodulbauweise ist eine wirtschaftliche und nachhaltige Alternative zur konventionellen Bauweise und gewinnt in der Bauwirtschaft angesichts steigender Bau- und Mietpreise sowie Wohnungsknappheit zunehmend an Bedeutung.
Ihr volles Potenzial entfalte die Bauweise in Kombination mit Gipsplatten, die einfach zu montieren sind und sehr gute Schall- und Brandschutzeigenschaften besitzen.
Die Holzmodulbauweise gilt als wirtschaftliche und nachhaltige Alternative zur konventionellen Bauweise, sagt zum Beispiel Werner Hansmann, Sprecher der Geschäftsführung der Brüggemann Holzbau GmbH in Neuenkirchen bei Rheine. Die Firma gilt als Spezialist für die Realisierung unterschiedlichster Objekte in vorgefertigter Holztafelbauweise. Hansmann weiß: "Die Bauart der Zukunft ist modular. Mit Modulbaulösungen lässt sich nach dem Baukastenprinzip kurzfristig Raumbedarf schaffen."
Und ein anderer Fachmann sagt hier: "Wenn nach Konzepten gesucht wird, um in kurzer Zeit neuen Wohnraum zu schaffen, liegt es nahe, sich für die Holzmodulbauweise zu entscheiden", meint zumindest Stefan Höötmann, Geschäftsführer der SH Holz & Modulbau GmbH in Lingen.
Der Zimmerermeister, der seinen traditionellen Zimmereibetrieb zu einem Modulraumhersteller weiterentwickelt hat, übernimmt als Generalunternehmer alle Aufgaben, die bei der Realisierung eines Modulgebäudes anfallen. Auch er ist überzeugt: "Modulbauten stehen in Sachen Qualität herkömmlichen Massivbauten in nichts nach."
Mit dieser Einstellung sind die zwei Geschäftsführer offensichtlich nicht allein.
Ursprünglich als Containerbauweise ohne erkennbare architektonische Qualitäten eher skeptisch betrachtet, ist es der Branche gelungen, die Vorurteile durch die Realisierung hochwertiger Modulbauten abzubauen. Dabei werden ganze Raumeinheiten – komplett mit Fenstern, Türen und allen Gas-, Sanitär- und Elektroleitungen – im Werk vorgefertigt und dann auf dem vorgesehenen Grundstück schnell und mit relativ wenig Aufwand zu einem kompletten Gebäude zusammengesetzt und an die öffentlichen Versorgungsnetze angeschlossen. Im Gegensatz zu den Modulbauten der Anfangsphase werden sie heute selbst von Fachleuten kaum noch als solche erkannt.
Ein Effekt, der sicherlich dazu beiträgt, dass die Nachfrage nach Modulbauten weiter steigen könnte. "Wir werden mehr Marktanteile gewinnen. Der Massivbau wird immer seine Berechtigung haben, aber der Holzmodulbau wird vor allem im Standardbau seine Marktanteile deutlich und kontinuierlich ausbauen", ist sich Höötmann sicher.
"Die Modulbauweise wird sich immer mehr durchsetzen", erwartet auch Johannes Fleischmann, Leiter Technik bei der Zimmerei Stark GmbH in Auhausen. "Der hohe Vorfertigungsgrad spart Zeit und ist eine gute Ergänzung zum konventionellen Bauen." Zwischen 70 bis 80 Prozent der Bauleistungen würden im Werk erbracht. Diese standardisierte Vorfertigung unter kontrollierten, witterungsunabhängigen Bedingungen in industriellen Produktionshallen sei die Grundlage für ein gleichbleibend, hohes Qualitätsniveau und gewährleistet einen effizienten Materialeinsatz. "Die Prozessoptimierung sorgt dabei nicht nur für Planungs-, Kosten- und Ausführungssicherheit, sondern ermöglicht kurze Bauzeiten, reduziert den Arbeitsaufwand vor Ort und minimiert Baulärm sowie CO2-Emissionen", fasst Fleischmann, die Vorzüge zusammen. Hinzu kommen die Vorteile des Baustoffs Holz als heimischer, nachwachsender Rohstoff mit positiver Ökobilanz. Im Gegensatz zur Herstellung anderer Materialien ist die Gewinnung und Verarbeitung ohne großen Energieaufwand möglich.
Dabei werde weniger CO2 freigesetzt als während der Wachstumsphase gebunden werden könne. Holz sei zudem recycelbar und könne bei Bedarf problemlos entsorgt werden. Durch seine geringe Wärmeleitfähigkeit sorge Holz für angenehm warme Wände und ein behagliches Raumklima.
Der Innenausbau erfolge mit Gipsplatten und Gipsfaserplatten. Und gerade Höötmann weiß: Die Platten unterstützen und ergänzen die Qualitäts- und Zeitvorteile der modernen Holzmodulbauweise und punkten als mineralische Baustoffe mit ökologischer Qualität und baubiologischer Sicherheit.
Bei der Vorfertigung im Werk punkten Gipsplatten zudem durch ihre schnelle und einfache Montage.
Aufeinander abgestimmte Systeme der Hersteller gewährleisten dann auch eine sichere, schnelle und wirtschaftliche Umsetzung. Dabei werde keine Feuchtigkeit eingebracht, so dass auch keine Trocknungszeiten abgewartet werden müssen. "Gleichzeitig bieten Gipsplatten aufgrund ihres Leistungsprofils die Möglichkeit, sowohl einen hervorragenden Schall- als auch Brandschutz zu erreichen", ergänzt Werner Hansmann und verweist auf die technischen und bauphysikalischen Eigenschaften von Gipsplatten, die durchaus mit der Massivbauweise mithalten könnten.
Als Baustoff der Baustoffklasse A gehören Gipsplatten zu den nichtbrennbaren Baustoffen. Sie sind daher wichtiger Bestandteil zahlreicher klassifizierter Konstruktionen mit nachgewiesener Feuerwiderstandsdauer. Je nach Konstruktion können dabei Feuerwiderstandsklassen bis zu F120 erreicht werden.
"Darüber hinaus erhöhen Gipsplatten die Kreislauffähigkeit unserer Gebäude, da sie nach einem vollständigen Rückbau wieder recycelt und für neue Gipsplatten verwendet werden können", weist Werner Hansmann auf weitere Vorteile hin.
Tatsächlich würde gerade die Modulbauweise mit ihren standardisierten Prozessen gute Voraussetzungen für das zirkuläre Bauen bzw. für den sortenreinen Rückbau und damit für die Wiederverwendung von Baustoffen als Rohstoffe bieten, glauben die Geschäftsführer.
Die Wiederverwendung der Stoffe erfordere aber auch eine bewusste Planung, um die spätere Trennung und Wiederverwertung der eingesetzten Materialien zu erleichtern. Hier zeige sich, dass Gipsbaustoffe nahezu sortenrein zurückgewonnen und anschließend immer wieder in hochwertigen Kreisläufen recycelt werden können. "Gips ist der einzige natürliche mineralische Werkstoff, der nahezu unbegrenzt recycelt und damit immer wieder als Sekundärrohstoff für Gipsprodukte eingesetzt werden kann", unterstreicht hier Dipl.-Ing. Holger Ortleb, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Gipsindustrie und der Forschungsvereinigung der Gipsindustrie. Damit seien die Produkte auch kaum durch alternative Baustoffe zu ersetzen, behauptet Ortleb.
"Gipsplatten sind im Holzmodulbau eine kostengünstige und wirtschaftliche Lösung, um alle bauphysikalischen Anforderungen erfüllen zu können", fasst Johannes Fleischmann zusammen.