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Industriepaket für neue Flächen und Forschung geplant

Von dpa

Wiesbaden (dpa). – Das Land Hessen hat gemeinsam mit Unternehmen und Gewerkschaften ein Industriepaket entwickelt, um die produzierende Wirtschaft zu stärken. Hintergrund ist der rückläufige Industrieanteil an der Bruttowertschöpfung in den vergangenen Jahren.

Nach Angaben der Beteiligten machen hohe Energie- und Rohstoffpreise, langsame Bürokratie und starke internationale Konkurrenz den hessischen Industriebetrieben zu schaffen. Das neue Industriepaket, das aus einem zweijährigen "Industrietrialog" hervorgegangen ist, setzt auf mehrere Maßnahmen zur Standortstärkung.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Unternehmensansiedlungen durch beschleunigte Ausweisung geeigneter Flächen. Laut Arbeitsprogramm sind allein im Entwurf des neuen Regionalplans Südhessen rund 1800 Hektar zusätzliche Industrie- und Gewerbeflächen vorgesehen.

Auch der Infrastrukturausbau soll beschleunigt werden. Als Beispiel führt das Papier den Neubau der Zeller Brücke im südhessischen Bad König an. Mit beschleunigten Planungen und vereinfachten Verfahren soll sie bereits im Juni 2027 für den Verkehr freigegeben werden. Solche Vorhaben werden als "Odenwald-Tempo" bezeichnet.

Um die duale Ausbildung attraktiver zu gestalten, soll nach den Plänen mehr bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende geschaffen werden. Die sogenannten Baupakete I und II des Landes sollen auch wohnungssuchenden Fachkräften helfen.

Die digitale Infrastruktur soll strategisch und beschleunigt ausgebaut werden. Mit Blick auf den Raum Frankfurt heißt es in dem Papier: "Wir werden den weiteren Zubau von Rechenzentren aktiv unterstützen."

In Nordhessen ist laut Industriepaket ein Innovationshub Mobility & Defense geplant, der zivile mit militärischen Anwendungen verbindet. Der Hub soll Forschung, Erprobung und Ausbildung umfassen und sich unter anderem mit Drohnen sowie autonomem Fahren und Fliegen beschäftigen.

Am ehemaligen Atomkraftwerksstandort im südhessischen Biblis soll ein Forschungscampus für lasergetriebene Kernfusion entstehen. Bei diesem Verfahren werden Atomkerne mit Hilfe hochenergetischer Laser bei extremen Temperaturen verschmolzen, um Energie zu erzeugen. Der Fusionscampus soll dem Papier zufolge auch ermöglichen, "internationale Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette gezielt an den Standort zu bringen".

dpa

dpa

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