Bonn (ABZ). – Die aktuelle SpardaWohnstudie 2025 belegt einen jährlichen Neubaubedarf von 316 700 Wohnungen bis 2030. Laut der vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erstellten Studie könnte serielles Bauen dabei eine Schlüsselrolle spielen, um Baukosten zu senken und Bauzeiten zu verkürzen.
Die Untersuchung zeigt anhand von Best-Practice-Beispielen aus den Niederlanden, dass durch serielles Bauen Kosteneinsparungen von bis zu 22 Prozent und Zeitverkürzungen von bis zu 16 Monaten möglich sind. Diese Potenziale bleiben in Deutschland jedoch weitgehend ungenutzt. Michael Gilka, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e. V. (BVMB), sieht in den Studienergebnissen eine Bestätigung seiner Befürchtungen: "Wir zahlen jetzt den Preis für Jahrzehnte der Wohnungsbaupolitik im Tiefschlaf", wird er in einer Mitteilung des Verbandes zitiert. Die Studie verdeutlicht die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt: Im Bundesdurchschnitt liegen die Erwerbskosten bei 3081 Euro pro Quadratmeter.
Das durchschnittliche Investitionsvolumen für eine Immobilie beträgt 360.000 Euro (bei 117 Quadratmeter), was im Mittel 6,4 Jahresnettoeinkommen entspricht.
Im Großraum München müssen Käufer sogar 14,7 Jahresnettoeinkommen aufwenden, da der Quadratmeterpreis dort bei 8461 Euro liegt.
Besonders auffällig ist das Stadt-Land-Gefälle: In den sieben Metropolregionen reichen 360.000 Euro durchschnittlich nur für 62 Quadratmeter, während man in Mittelstädten dafür fast die doppelte Wohnfläche erhält.
Gleichzeitig wünschen sich laut Aussage derStudie 20 Millionen Mieter ein eigenes Heim, können es sich aber oft nicht leisten.
Die BVMB fordert konkrete Maßnahmen, um das serielle Bauen zu fördern. Dazu zählen: vereinfachte Standards, gebündelte Genehmigungen und bundesweite Anerkennung von Typengenehmigungen.
Des Weiteren spricht sich der Verband für Förderprogramme für industrielle Bauverfahren aus, speziell für KMU, die in Vorfertigung, Digitalisierung und klimafreundliche Technik investieren wollen.
Weitere Forderungen betreffen die Senkung oder Aussetzung der Grunderwerbsteuer, besonders für Erstkäufer und Familien, sowie eine Entrümpelung des Baurechts mit weniger Vorschriften, schnelleren Verfahren und einer funktionierenden Digitalisierung der Bauverwaltung.
Der kürzlich von der Bundesregierung vorgestellte "Wohnungsbauturbo" wird von Verbandsseite zwar begrüßt, jedoch als nicht ausreichend angesehen. "Wir begrüßen jedes Signal – doch was am Ende tatsächlich beim Wohnungsbau ankommt, bleibt überschaubar", erklärt Gilka laut einer Mitteilung des Verbandes.