Stuttgart (ABZ). – Das Stuttgarter Familienunternehmen Wolff & Müller hat sich nach eigenen Angaben in einem schwierigen Marktumfeld behauptet. Mit einer Jahresleistung von 1,036 Milliarden Euro im Jahr 2024 liegt das Unternehmen zwar unter dem Vorjahreswert von 1,114 Milliarden Euro, konnte jedoch laut Unternehmensführung die Profitabilität deutlich steigern.
"Angesichts des Marktumfeldes sind wir mit unserem Geschäftsjahr 2024 zufrieden", erklärt Dr. Roland Bosch, Geschäftsführer der Wolff & Müller Holding. Der Umsatz im Bauhauptgewerbe ging 2024 real um etwa 3,5 Prozent zurück, bedingt durch die allgemeine Wirtschaftskrise und hohe Zinsen, die vor allem den Wohnungsbau und gewerblichen Hochbau belasteten, so das Unternehmen.
Die Jahresleistung verteilt sich hauptsächlich auf drei Geschäftsfelder: Bauen (circa 910 Millionen Euro), Baustoffe (circa 32 Millionen Euro) und Dienstleistungen (circa 22 Millionen Euro). Im Hochbau ging die Leistung von 475 Millionen Euro (2023) auf 407 Millionen Euro (2024) zurück. Die Leistung im Tief- und Straßenbau einschließlich Spezialtiefbau blieb mit 241 Millionen Euro stabil, heißt es von Unternehmensseite. Der Ingenieurbau entwickelte sich positiv mit einem Leistungsanstieg von rund 21 Prozent auf 58 Millionen Euro.
Zu den aktuellen Großprojekten zählen das Bauvorhaben "Wohnen, Leben und Parken" für das Krankenhaus Robert Bosch Stuttgart, das Bildungshaus Neckarpark für die Landeshauptstadt Stuttgart sowie der Ausbau der B 1 bei Holzwickede zur sechsspurigen A 40.
Für 2025 zeichnet sich laut Unternehmen eine gute Auftragslage ab. Im ersten Quartal sollen bereits Aufträge für Bauprojekte in Höhe von 240 Millionen Euro eingegangen sein. Mit der "Strategie 2030" hat die Unternehmensgruppe den Fokus auf Bausegmente gelegt, die Lösungen für die Megatrends Dekarbonisierung, Digitalisierung, demographischen Wandel und Deglobalisierung bieten.
Das Unternehmen treibt laut eigener Aussage auch Innovationen voran. Für das Tool "Umweltdaten x BIM", mit dem sich der CO2-Fußabdruck eines Bauprojektes ermitteln lässt, erhielt Wolff & Müller beim Deutschen Baupreis 2024 den ersten Platz in der Kategorie "Innovation und Digitalisierung". Die Tochtergesellschaft PST Spezialtiefbau Süd wurde für ihren "R-Beton 100 %" vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ausgezeichnet.
Dr. Albert Dürr, Geschäftsführender Gesellschafter der Wolff & Müller Gruppe, sieht in den Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung positive Signale: "Die demokratischen Parteien übernehmen Verantwortung. Genau das brauchen wir jetzt: Verlässlichkeit für Unternehmen und Privathaushalte." Wolff & Müller wurde 1936 gegründet und beschäftigt rund 2200 Mitarbeiter an 25 Standorten im Bundesgebiet.