Berlin (ABZ). – Das Gesetzgebungsverfahren für eine EBV-Novelle sollte noch in 2025 starten und möglichst im 1. Halbjahr 2026 abgeschlossen werden, forderte der Geschäftsführer des Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse), Stefan Schmidmeyer anlässlich des 11. bvse-Mineraliktages, der jüngst in Ingolstadt stattfand.
Die Ersatzbaustoffverordnung (EBV) müsse praxisnäher und zukunftsfähig weiterentwickelt werden – darin seien sich Branche und Experten seit Langem einig. Einen wichtigen Impuls dafür sollte das hierfür initiierte Planspiel 2.0 setzen, an dem der bvse intensiv mitwirkte. "Die Ergebnisse liegen auf dem Tisch – und unsere Branche ist vorsichtig optimistisch. Allerdings darf es nun keine weiteren Verzögerungen mehr geben. Die Praxis hat gesprochen – jetzt ist die Politik gefragt", machte Schmidmeyer deutlich.
Ein zentrales Ergebnis des Planspiels ist laut Verband der klare Reformbedarf beim Eignungsnachweis (EgN). Der bislang verpflichtende aufwendige ausführliche Säulenversuch ist nach Ansicht der Branche weder zeitgemäß noch wirtschaftlich – der effizientere Säulenkurztest erfüllt die Anforderungen ebenso und entspricht der europäischen Normentwicklung. "Optional kann auch ein Schüttelversuch zum Einsatz kommen, sofern das gewählte Verfahren durchgängig in allen Folgeuntersuchungen angewendet wird", so Schmidmeyer.
Zudem fordert die Branche die Konzentration auf Parameter mit Relevanz und Materialwerten. "Irrelevante Schadstoffparameter ohne festgelegte Materialgrenzwerte führen häufig zu Missverständnissen und Unsicherheit – sowohl bei Prüfstellen als auch bei Bauherren", betonte Schmidmeyer.