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Naturverträglicher Gipsabbau in Bodenwerder

Der umweltverträgliche Naturgipsabbau in Bodenwerder wird essenziell wegen sinkendem REA-Gips. Renaturierung und Recycling bleiben wichtige Bestandteile.

Von ABZ
Zur Rohstoffsicherung
Austausch am Rigips Standort Bodenwerder: Andreas Bosch, Henning Waßmann (beide Saint-Gobain Rigips, v. l.), Umweltminister Christian Meyer, Helge Limburg (MdB), Annika Kruse (Saint-Gobain Rigips), Alexander Geißels (Saint-Gobain Deutschland), Matthias Andress (Saint-Gobain Formula) und Frank Kruysen (Saint-Gobain Rigips). | Foto: Saint-Gobain Rigips

Bodenwerder (ABZ). – Gips spielt aktuell und zukünftig auch eine entscheidende Rolle beim Gelingen der Bauwende. Mit der kontinuierlich sinkenden Menge an zur Verfügung stehendem REA-Gips – der im Rahmen der Kohleverstromung als Nebenprodukt bei der Rauchgasentschwefelung anfällt – wird der verantwortungsvolle, umweltverträgliche Abbau von Naturgips zunehmend wichtiger für die Rohstoffversorgung.

Mindestens ebenso bedeutend, wie die möglichst naturschützende Nutzung bestehender oder neuer Abbauflächen, ist deren anschließende Renaturierung. Rigips entwickelt deshalb bereits nach eigenen Angaben seit Jahren nachhaltige Konzepte für die Renaturierung ehemaliger Steinbrüche.

Am Rigips Standort Bodenwerder werden seit 1945 hochwertige Trockenbauprodukte gefertigt. Leistungsstarke Akustikplatten, Gipsspachtel und Gipsfaserplatten werden von hier aus auf Baustellen in ganz Deutschland geliefert. Für zukunftsweisende Bauprojekte sind die Baustoffe unverzichtbar.

"Ohne die vielfältigen Produkte der Gipsindustrie ist etwa das von der Bundesregierung ausgegebene Neubau-Ziel von 400.000 Wohnungen pro Jahr nicht zu erreichen", erklärt Frank Kruysen, Direktor Operations der Saint-Gobain Rigips GmbH, gleich zu Beginn des gemeinsamen Werkrundgangs mit Christian Meyer. Mit Stilllegung der Braunkohlekraftwerke bis 2030 beziehungsweise 2038 und dem damit wegfallenden REA-Gips – neben Recycling-Gips und Naturgips bisher eine tragende Säule der Rohstoffversorgung – sei rund ein Drittel des Gipsbedarfs nicht mehr gedeckt.

Vor diesem Hintergrund zeigte der Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz besonderes Interesse an der von Rigips ins Leben gerufenen Initiative EASY ECO, die einen umfassenden Recycling-Service für Baustellenverschnitte sowie die Rücknahme nach Rückbau für bestimmte Produkte des Trockenbauspezialisten umfasst.

Rigips hat bereits 2017 ein eigenes Konzept zur Wiederaufbereitung des baulichen Wertstoffs Gips eingeführt. "Heute können wir je nach Plattenart bereits bis zu 40 Prozent Recycling-Gips einsetzen", erklärt Frank Kruysen. Doch auch in absehbarer Zeit könne Recycling-Gips die Lücke bei der Gipsversorgung noch nicht schließen.

"Angesichts des Wegfalls von REA-Gips ist der umweltverträgliche Abbau natürlicher Gipsvorkommen für die Gipsindustrie von elementarer Bedeutung", unterstreicht Frank Kruysen abschließend.

"Naturgips ist unverzichtbar zur Sicherung der Rohstoffversorgung." Mindestens ebenso wichtig wie die naturschützende Nutzung der bestehenden oder neuen Abbauflächen sei deren anschließende Renaturierung. "Gemeinsam mit unserer Schwestergesellschaft Saint-Gobain Formula haben wir in den vergangenen Jahren einen enormen Schatz an Know-how und Erfahrung aufgebaut. Aus Studien wissen wir, dass sich aus der Renaturierung ehemaliger Steinbrüche zahlreiche Chancen und Impulse ergeben, neue und einzigartige Biotope entstehen zu lassen und die Biodiversität zu fördern."

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