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Historischer Tunnel wird für Schwerlastverkehr verstärkt

Von ABZ
100 Jahre altes Bauwerk
Die Sanierung des 160 m langen Tunnelbauwerks der Holzminde findet unter beengten Platzverhältnissen statt. | Foto: Bauer Gruppe

Holzminden (ABZ). – In Holzminden saniert die Spesa Spezialbau und Sanierung GmbH ein über 100 Jahre altes Tunnelbauwerk. Der Tunnel führt die Holzminde auf rund 160 m unter der Landesstraße L550 hindurch und soll wieder für den Schwerlastverkehr befahrbar werden.

Der kleine Fluss Holzminde durchzieht das Zentrum der gleichnamigen Stadt im südlichen Niedersachsen. Bereits 1904 wurde der Fluss auf einer Teilstrecke in ein Tunnelbauwerk verlegt, um Platz für neue Verkehrswege im innerstädtischen Bereich zu schaffen. Es entstand die heutige Landesstraße L550.

Das unbewehrte Tunnelbauwerk ist den heutigen statischen Anforderungen des Schwerlastverkehrs nicht mehr gewachsen. Um die Tragfähigkeit wiederherzustellen, beauftragte die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Spesa mit der Verstärkung und Sanierung des Tunnelbauwerks.

Im Rahmen der Arbeiten wird eine neue, bewehrte Innenschale aus Ort- und Spritzbeton im Tunnelbauwerk hergestellt. Die Arbeiten haben im April 2025 begonnen und sollen im März 2026 abgeschlossen werden.

Zunächst wurden Erd- und Betonabbrucharbeiten vorgenommen, um altes, loses Material abzutragen. Es folgte die Herstellung der Baugruben für die Fundamente. Aktuell laufen die Bewehrungs- und Schalungsarbeiten sowie parallel die Betonarbeiten für Fundamente und Kämpfer mittels Ortbeton. Den Abschluss bildet die Herstellung des Tunnelscheitels im Spritzbetonverfahren.

Mit rund 350 m3 Erdaushub und Betonabbruch, 650 m3 Ortbeton, 1000 t Spritzbeton und 120 t Bewehrung ist das Projekt ein technisches Vorhaben, das Präzision und Erfahrung erfordert.

Die Arbeiten finden unter beengten Platzverhältnissen statt, was eine exakte Planung der Baustellenlogistik erfordert. Von der Materialanlieferung bis zum Abtransport des Abbruchs sowie des Rückpralls beim Spritzvorgang müssen alle Vorgänge koordiniert werden.

Im unmittelbaren Arbeitsbereich muss das Gerinne der Holzminde abgedeckt werden, um die Arbeiten sicher durchführen zu können. Bei Starkregenereignissen muss die Baustelle sofort geräumt werden. „Eine weitere Herausforderung sind die mit 8 m sehr großen Schalungsabschnitte“, so Spesa-Projektleiter Lars Prokosch.

Im November befanden sich die Arbeiten in einer entscheidenden Phase: Die Baugruben waren nahezu fertiggestellt, während parallel die Bewehrungs-, Schalungs- und Betonarbeiten an den Fundamenten und Kämpfern liefen.

„Es ist immer etwas Besonderes, an einem so alten Bauwerk zu arbeiten. Wir verbinden die historische Vergangenheit der Stadt mit moderner Bauweise – und tragen dazu bei, dass die Infrastruktur in Holzminden auch in Zukunft zuverlässig funktioniert“, so Lars Prokosch.

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