Kulmbach (ABZ). – In der oberfränkischen Kreisstadt Kulmbach hat die staatliche Wohnungsbaugesellschaft BayernHeim vor einiger Zeit gemeinsam mit der Firma dechant hoch- und ingenieurbau eine neue Wohnanlage mit 58 barrierefreien Wohnungen errichtet.
Dabei kamen laut Angaben der Projektverantwortlichen 1500 m² Silvacor-Mauerziegel von Leipfinger-Bader in monolithischer Ziegelbauweise zum Einsatz.
Die Wohnanlage entstand auf einem ehemaligen Bahnhofsareal im Stadtteil Melkendorf auf einer Fläche von rund 11 500 m². 52 der 58 Wohnungen werden einkommensorientiert staatlich gefördert. Das Projekt berücksichtigt bereits versiegelte Flächen und fügt sich nach Angaben der Beteiligten harmonisch in das Ortsbild ein. Für die Planung zeichnen das Architekturbüro Fischer Planen und Bauen sowie dechant baumanagement verantwortlich. Der städtebauliche Entwurf umfasst vier Einzelhäuser mit unterschiedlichen Ausrichtungen.
Eine besondere planerische Herausforderung stellte der Schallschutz von Süden dar, da dort eine Umgehungsstraße verläuft. Laut Hersteller konnte dies durch geschickte Grundrisszuschnitte und den Einsatz gefüllter, schalldämmender Mauerziegel gelöst werden. Die Gebäude verfügen über einen mittig gesetzten Erschließungskern. Auf jeder Etage befinden sich drei bis vier Wohnungen. Alle Gebäude sind auf allen Etagen vollständig barrierefrei erreichbar. Die Wohnanlage bietet 2- bis 5-Zimmer-Wohnungen mit eigenem Balkon oder eigener Terrasse. Zur Stärkung der Quartiersgemeinschaft wurde in einem Gebäude ein Gemeinschaftsbereich integriert.
Die Gebäude wurden in klassischer Massivbauweise errichtet. Auf einer Bodenplatte entstanden die tragenden Wände aus Silvacor-Hochlochmauerziegel von Leipfinger-Bader. Die Geschossdecken wurden als Fertigteil-Filigrandecken mit Aufbeton ausgeführt. Das Satteldach ist als Holzsparrendachstuhl konstruiert.
Zum Einsatz kam der Mauerziegel Silvacor W07 in der Wandstärke 36,5 cm. Dieser erreicht nach Herstellerangaben einen U-Wert von 0,18 W/(m²K). Der moderne Hochlochziegel verfügt über einen integrierten Dämmstoff aus sortenreinen Holzfasern, der frei von Lösungsmitteln und vollständig biologisch abbaubar ist. Laut Leipfinger-Bader lassen sich die Ziegel damit problemlos und vollständig recyceln. Die Wohnanlage konnte schneller als geplant fertiggestellt werden. Dies gelang laut den Verantwortlichen auch durch den Einsatz des wasseraktivierbaren Mörtelpads von Maxit, das Leipfinger-Bader ebenfalls lieferte. Das System besteht aus Trockenmörtel, einem wasserlöslichen Schmelzkleber und einem Glasfasergewebe.
Die Pads werden auf der Baustelle nach Bedarf zugeschnitten und bewässert, dann die Ziegel vollflächig aufgelegt und festgeklopft. Nach Angaben des Herstellers entsteht durch den Verzicht auf zusätzliches Arbeitsgerät ein Zeitvorteil bei der Vor- und Nachbereitung des Mauervorgangs, während gleichzeitig die Staubentwicklung reduziert wird.
Die Wohnanlage erfüllt den KfW-55-Standard. Die Wärmeversorgung des Areals erfolgt über eine autarke Biomasse-Anlage. Die Pkw-Stellplätze sind für einen möglichen späteren E-Lade-Anschluss vorbereitet. Der hohe energetische Standard sorgt laut Projektbeteiligten dafür, dass die Warmmiete langfristig kalkulierbar bleibt. "Bezahlbarer Wohnraum geht Hand in Hand mit Wirtschaftswachstum in der Region und ist somit praktisch ein Muss für Kreisstädte wie Kulmbach", betont Thomas Bader, Geschäftsführer von Leipfinger-Bader. "Gut durchdacht und sauber umgesetzt, kann sich auch einkommensorientiert geförderter Wohnungsbau heutzutage noch rentieren."