Tokio/Japan (ABZ) | Die Autobahn GmbH des Bundes und die drei japanischen Autobahngesellschaften NEXCO East, NEXCO Central und NEXCO West haben beim German-Japanese Business Summit in Tokio ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Die Vereinbarung schafft einen Rahmen für den langfristigen fachlichen Austausch und die Zusammenarbeit bei Betrieb, Erhalt und Modernisierung der Straßeninfrastruktur.
Im Mittelpunkt stehen die Brückenmodernisierung, die Personalentwicklung sowie vernetzte und automatisierte Mobilität. Vorgesehen sind der Austausch von Fachleuten, Workshops, Fachgespräche und gegenseitige Besuche. Die Partner wollen Erfahrungen und bewährte Verfahren austauschen und prüfen, welche Ansätze sich auf die jeweiligen nationalen Infrastrukturen übertragen lassen.
»Aus dem intensiven fachlichen Austausch und gemeinsamen Besuchen der vergangenen Jahre ist eine vertrauensvolle Partnerschaft erwachsen. Mit diesem Memorandum legen die Autobahn GmbH und die drei japanischen NEXCO-Gesellschaften den Grundstein für eine noch engere Zusammenarbeit. Ob Brückenmodernisierung oder Digitalisierung: Deutschland und Japan teilen die gleichen Herausforderungen. Bei Themen wie intelligenten Verkehrssystemen, Sensorik und KI-Wartung wollen wir als Partner gezielt voneinander lernen. Durch eine engere Vernetzung unserer Fachkräfte bündeln wir unsere Stärken, um gemeinsam eine leistungsfähige und moderne Straßeninfrastruktur zu schaffen«, sagt Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes.
Auch Mikio Yoshioka, Präsident von NEXCO East, betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: »Mit der heutigen Unterzeichnung schaffen wir eine starke Grundlage für den fachlichen Austausch zwischen den deutschen und japanischen Straßeninfrastrukturbetreibern. In den kommenden drei Jahren wollen wir unsere Erfahrungen zu Brückeninfrastruktur, Personalentwicklung und automatisierter Mobilität teilen, voneinander lernen und gemeinsam Lösungen für zukünftige Herausforderungen entwickeln. Ich bin überzeugt, dass diese Zusammenarbeit für beide Seiten wertvolle Impulse bringen wird.«
Ein Schwerpunkt liegt auf intelligenten Verkehrssystemen. Japan setzt unter anderem auf elektronische Mautsysteme und die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur, über die Verkehrsinformationen in Echtzeit bereitgestellt werden können.
Weitere Themen sind Sensorik und Katastrophenschutz. Angesichts von Erdbeben und Taifunen nutzen japanische Autobahnbetreiber seismische Überwachung und digitale Warnsysteme. Zudem kommen nach Angaben der Unternehmen zunehmend KI-gestützte Bildauswertung und Drohnen zum Einsatz, um Schäden an Brücken und Tunneln frühzeitig zu erkennen.
Deutschland und Japan verfügen über umfangreiche Straßennetze und stehen vor vergleichbaren Aufgaben beim Erhalt und bei der Weiterentwicklung ihrer Infrastruktur. Die vereinbarte Zusammenarbeit soll zunächst über drei Jahre den Erfahrungsaustausch zwischen den beteiligten Organisationen fördern. Als nächste Schritte sind Fachworkshops und gegenseitige Expertenbesuche geplant.