Hannover (ABZ) |Niedersachsen fordert Verbesserungen bei der Planung und Umsetzung von Korridorsanierungen im deutschen Schienennetz. Die Verkehrsministerkonferenz verlangt von Bund und Deutscher Bahn, Erfahrungen aus bisherigen Projekten auszuwerten und künftig realistische Bauzeiten sowie leistungsfähige Umleitungsstrecken sicherzustellen.
Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne kritisiert insbesondere die Umsetzung der Sanierung zwischen Hannover und Berlin. Längere Reisezeiten, Einschränkungen im Fernverkehr und der angekündigte Ausfall der S4 zwischen Hannover und Hildesheim im gesamten Jahr 2027 belasteten Fahrgäste und Pendler. Auch für den Industriestandort Wolfsburg ergäben sich Nachteile.
Die fehlende rechtzeitige Elektrifizierung der Lehrter Stammbahn habe zudem eine nachträgliche Anpassung des Verkehrskonzepts erforderlich gemacht.
»Wer über viele Monate erhebliche Belastungen verursacht, muss am Ende auch liefern. Die Strecke muss danach leistungsfähiger, zuverlässiger und pünktlicher sein als heute. Daran werden wir die Deutsche Bahn messen«, so Tonne.
Für künftige Korridorsanierungen fordert Tonne realistische Zeitpläne, funktionierende Umleitungsstrecken und eine Projektsteuerung, die Probleme frühzeitig erkennt und behebt. Nach Abschluss der Bauarbeiten müsse ein nachweisbarer Kapazitätsgewinn für den Bahnverkehr erreicht werden.