Wien (ABZ). – Der österreichische Baukonzern Porr verzeichnet eine starke Nachfrage im Bahnbau. Kürzlich erhielt das Unternehmen einen Auftrag über 400 Millionen Euro für den Ausbau eines Hochgeschwindigkeitstunnels in Łódź im Rahmen des polnischen Zentralflughafen-Projekts. Grundlage für den Erfolg ist auch das eigene Feste Fahrbahn-System "Slab Track Austria".
Die Investitionen in die europäische Schieneninfrastruktur erreichen nach Angaben der PORR beträchtliche Summen: 3,5 Milliarden Euro fließen heuer in das österreichische Schienennetz, 1,7 Mrd. Euro in den deutschen Schienenausbau und 3,6 Milliarden Euro sind in Polen geplant. In Tschechien werden 2025 rund 1,46 Milliarden Euro investiert, bis 2026 soll das Volumen auf 2 Milliarden Euro steigen. Euroconstruct prognostiziert für den polnischen Bahnbau bis 2027 ein Wachstum von über 35 Prozent.
"In Europa wird im Zuge des generellen Infrastrukturausbaus auch das Schienennetz in den kommenden Jahren deutlich erweitert. Die PORR ist hier vorne mit dabei. Wir setzen unser patentiertes Slab Track Austria-System bereits in zahlreichen Ländern erfolgreich ein", sagt Porr-CEO Karl-Heinz Strauss.
Großprojekte in den Heimmärkten
Zu den bedeutenden Bahnbau-Projekten im Auftragsbestand zählen mehrere Großvorhaben in Österreich. Im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft stattet Porr 33 Kilometer des Koralmtunnels und 27,3 Kilometer des Semmering-Basistunnels mit Slab Track Austria und der bahntechnischen Ausrüstung aus. Das größte Projekt ist der Brenner Basistunnel, wo das Unternehmen den 25,2 Kilometer langen Abschnitt Pfons-Brenner für knapp eine Milliarde Euro errichtet.
In Deutschland realisierte das Unternehmen bei Stuttgart 21 insgesamt 34,5 Kilometer des Slab Track Austria-Systems. Port übernahm Planung, Ausführung und Lieferung für die Tunnelstrecke zwischen dem Stuttgarter Hauptbahnhof und dem Flughafen sowie auf der Strecke Richtung Ober- und Untertürkheim. Zur Stärkung der regionalen Präsenz in Süddeutschland erwarb das Unternehmen knapp 75 Prozent der Knape Bahnbau GmbH.
In Rumänien gewann Port einen Auftrag über 428 Millionen Euro für die Sanierung und Modernisierung der Strecke Craiova – Drobeta Turnu Severin – Caransebeș, Lot 5. Auf 32,6 Kilometern wird die Strecke zweigleisig ausgebaut, ergänzt durch 18 Brücken und 54 Durchlässe. Der Auftrag umfasst auch die Sanierung des bestehenden Rachitobergtunnels (496 Meter) und den Bau eines neuen, 1.279 Meter langen zweigleisigen Tunnels Poarta I sowie die Modernisierung von sechs Bahnhöfen.
In Bukarest modernisiert das Unternehmen im Auftrag der Stadtverwaltung einen zentralen Abschnitt der Straßenbahnlinie 40 für rund 150 Millionen Euro. In Tschechien konnte das Unternehmen 2025 mehrere neue Projekte akquirieren, der Auftragsbestand für 2026 übersteigt bereits 100 Milionen Euro.
Modulares Feste Fahrbahn-System
Das Slab Track Austria-System verwendet laut Hersteller anstelle von Schotter und Bahnschwellen einen festen Oberbau-Fahrbahnstrang aus Beton. Dies soll eine hohe Lebensdauer, Stabilität und Gleisgenauigkeit sowie geringe Erschütterungen und niedrige Lärmbelastung gewährleisten. Das modulare System eignet sich nach Angaben der Porr besonders für den Hochgeschwindigkeitsverkehr.
"Unsere Ansprüche an die Mobilität werden herausfordernder: Wir wollen immer schneller werden, immer weitere Strecken miteinander verbinden und dabei auch noch nachhaltig reisen. Slab Track Austria ist eine österreichische Erfindung, die Antworten auf die Anforderungen des modernen Verkehrswegebaus bietet", erklärt CEO Strauss.