Prognose für 2026: Wenn ich auf das kommende Jahr blicke, sehe ich ein Bild, das von Zurückhaltung geprägt ist, aber auch von Chancen, die sich am Horizont abzeichnen.
Die Bauwirtschaft wartet weiterhin auf den entscheidenden staatlichen Impuls. Wohnungsbauinvestitionen, Infrastrukturprojekte, Bürokratieabbau – das sind die Signale, die wir uns wünschen, um die Branche wieder in Bewegung zu bringen. Noch ist die Handbremse angezogen, aber wir wissen: Sobald sich die Rahmenbedingungen verbessern, wird der Motor der Baukonjunktur wieder anspringen. Ähnlich sieht es in der Industrie aus.
Noch halten viele Unternehmen Investitionen zurück, weil die Strompreise und Produktionskosten zu hoch sind. Steuervorteile und Kostenreduzierungen sind dringend nötig, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Solange diese Maßnahmen ausbleiben, drohen Stillstand und Ausgliederungen.
Für die Gerüstbaubranche gilt grundsätzlich: Wir stehen bereit. Wir sind vorbereitet, um sofort loszulegen, wenn die Bremsen gelöst werden. Diese Bereitschaft ist für mich ein positives Signal – die Mannschaften, die Technik und die Erfahrung ist vorhanden, um schnell reagieren zu können.
Die Gerüstbaubranche selbst arbeitet intensiv daran, ihr Image zu stärken. Wir wollen zeigen, dass Gerüstbau ein lukratives Vollhandwerk mit Perspektive und guten Arbeitsbedingungen ist. Initiativen wie www.geruestbaulehre.de sind ein wichtiger Schritt, um junge Menschen für diesen Beruf zu begeistern.
Das macht mich optimistisch: Wer heute in Ausbildung investiert, legt den Grundstein für die Fachkräfte von morgen. Auch technisch entwickeln wir uns weiter. Aufgelöste Systeme und modulare Stielsysteme gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Anwender sind zunehmend überzeugt von ihrer sicheren und effizienten Nutzbarkeit. Natürlich gehen Investitionen in Neu- oder Ergänzungsmaterial Hand in Hand mit der Verbesserung der Baukonjunktur. Aber die Richtung stimmt. Im Februar 2026 wird das Technik-Seminar von Bundesinnung und Bundesverband Gerüstbau in Frankfurt diesem Thema gewidmet sein – ein klares Zeichen, dass die Branche sich weiter professionalisiert und Innovationen vorantreibt.
Was erwarte ich für 2026? Es wird wahrscheinlich kein Jahr der großen Sprünge. Analysten sprechen von einem Übergangsjahr, das die Vorbereitungen für eine echte Konjunkturbelebung in 2027 abschließt. Ich teile diese Einschätzung. Wir werden erste Vorboten sehen, kleine Impulse, die Hoffnung machen. Aber die große Dynamik kommt wahrscheinlich erst im Jahr darauf. Trotzdem: Wer jetzt klug plant, sich technisch und personell aufstellt und die eigene Organisation stärkt, wird von dieser Entwicklung profitieren.
Natürlich bleiben Unwägbarkeiten bestehen – geopolitische Risiken, politische Entscheidungen innerhalb und außerhalb der EU. Diese Faktoren können wir nicht beeinflussen, und sie sollen hier bewusst außen vor bleiben. Was wir beeinflussen können, ist unsere eigene Haltung: Wir bleiben bereit, wir bleiben flexibel, und wir investieren in die Zukunft unseres Handwerks. Mein Wunsch für 2026 ist klar: ein Jahr der wirtschaftlichen Belebung, auch wenn es vielleicht nur in kleinen Schritten kommt. Für mich ist das kein Grund zur Resignation, sondern zur Zuversicht.
Denn jeder Schritt nach vorn bringt uns näher an das Ziel: eine starke Bauwirtschaft, eine wettbewerbsfähige Industrie und ein Gerüstbauhandwerk, das seinen Platz als modernes, attraktives Berufsfeld behauptet. Wir sehen den Lichtschein am Horizont – und wir sind bereit, ihm entgegenzugehen.