Lünen (ABZ). – Im nordrhein-westfälischen Lünen ist in diesen Tagen Deutschlands erstes öffentlich gefördertes Wohnhaus aus dem 3D-Drucker fertiggestellt worden, wie der Baustoff-Hersteller Heidelberg Materials mitteilt.
Das Bauvorhaben wurde demnach durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der landeseigenen Förderung "Innovation in der Bauwirtschaft" mit 400.000 Euro und aus der öffentlichen Wohnraumförderung mit rund 1,3 Millionen Euro unterstützt.
Den neuen Bewohnern übergaben Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, und Jan Hische, Vorstand der Wohnungsbaugesellschaft Lünen eG, die Schlüssel für ihr neues Zuhause. Das Mehrfamilienhaus in Lünen steht laut dem Ministerium auf einem 651 Quadratmeter großen Grundstück und hat eine Gesamtwohnfläche von etwa 424 Quadratmetern. Es umfasst sechs Wohneinheiten.
Der Baubeginn und Start der Bodenarbeiten erfolgte nach eigenen Angaben im Juli 2023. Das Gesamtinvestitionsbudget betrage rund 2 Millionen Euro. Beim Druck des Gebäudes seien insgesamt 143 Tonnen CO2-armer und 100 Prozent recycelbarer Druckbeton verdruckt worden.
Der Druckbeton von Heidelberg Materials soll ein Bindemittel beinhalten, mit dem gegenüber Portlandzement 55 Prozent CO2 eingespart werden kann. Die additive Fertigung ermöglicht laut dem Bauunternehmen eine erhebliche Zeitersparnis. Die reine Druckzeit für das gesamte Gebäude habe lediglich 118 Stunden betragen.
Das Gebäude ist mit einer Photovoltaikanlage und einem Stromspeicher ausgestattet und wird mit Fernwärme beheizt, was zusätzlich zur Nachhaltigkeit des Projekts beiträgt, informiert Heidelberg Materials. An dem Projekt waren auch weitere Partner beteiligt. Nach Angaben des nordrheinwestfälischen Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung wurde es unter anderem von der Wohnungsbaugesellschaft Lünen, der Firma Steinhoff Architekten und der PERI 3D Construction GmbH realisiert.
Ziel des geförderten Projekts in Lünen ist es laut dem Ministerium, praktische Erfahrungen und Erkenntnisse bei der Errichtung eines Gebäudes mit dem 3D-Betondruckverfahren zu sammeln. Auf dieser Grundlage sollen standardisierte Vorgehensweisen, zum Beispiel für Genehmigungsverfahren, die Bauvorbereitung und die Bauausführung, entwickelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Für den Zeitraum von 2023 bis 2027 sei die öffentliche Wohnraumförderung durch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen mit 10,5 Milliarden Euro ausgestattet worden.