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Versuchsanlage in Rohrdorf eröffnet

Ein feierlicher Moment im Rohrdorfer Zementwerk: Zahlreiche Gäste und Vertreter aus der Regional- und Landespolitik nahmen am 1. Oktober an der Einweihungszeremonie der neuen Versuchsanlage für getemperte Tone teil.

Von ABZ
CO2-reduzierte Zementproduktion
Das Unternehmen Rohrdorfer hat vor Kurzem eine Versuchsanlage eröffnet. | Foto: Rohrdorfer

Rohrdorf (ABZ). – Der Zementhersteller Rohrdorfer sieht in getemperten Tonen großes Potential zur CO2-Einsparung. Nun sollen sie intensiv erforscht werden.

Ein feierlicher Moment im Rohrdorfer Zementwerk: Zahlreiche Gäste und Vertreter aus der Regional- und Landespolitik nahmen am 1. Oktober an der Einweihungszeremonie der neuen Versuchsanlage für getemperte Tone teil. Daniela Ludwig, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister des Innern, schnitt gemeinsam mit Rohrdorfer-Geschäftsführer Mike Edelmann das symbolische Band durch. Die Versuchsanlage ist nach Unternehmensangaben im Rahmen eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und der Europäischen Union geförderten Pilotprojekts entstanden. Die Förderung soll sich auf bis zu 8,65 Millionen Euro belaufen.

Getemperte Tone sind laut Rohrdorfer einer der wichtigsten Hebel auf dem Weg zu einer CO2-armen Zementproduktion. Demnach können rund 30 % der Emissionen durch den Ersatz von Klinker durch getemperte Tone vermieden werden. Die Anlage ging bereits im Juli erfolgreich in Betrieb und aktiviert ("tempert") seitdem täglich bis zu 50 t Rohton durch thermische Behandlung. Die Anlage soll der Erforschung getemperter Tone dienen.

Staatssekretärin Ludwig würdigte in ihrer Rede die Initiative von Rohrdorfer: "Mit dieser neuen Anlage beweist das Zementwerk Rohrdorf erneut, dass es zu den innovativsten Unternehmen in unserer Region zählt. Die Dekarbonisierung der Zementindustrie ist eine wichtige Aufgabe, wenn Deutschland seine Klimaziele wie geplant erreichen soll. Ich bin beeindruckt, mit welcher Entschiedenheit und welchem unternehmerischen Mut zu Investitionen Rohrdorfer diese Aufgabe angeht." Bis Ende 2026 untersucht das Net Zero Emission-Team die ideale Zusammensetzung der Rohtone und optimiert die Prozesse für die thermische Behandlung, informiert der Zementhersteller. Auf diesen Versuchen aufbauend soll in Zukunft eine Großanlage errichtet werden, die eine signifikante CO2-Einsparung ermöglicht. "Innerhalb unserer Werke haben wir viel erreicht, aber an den Werkszäunen endet unser Einfluss", gab Geschäftsführer Edelmann zu bedenken. "Die fehlende Planungssicherheit beim Transport und der Speicherung des Kohlendioxids, keine wettbewerbsfähigen Strompreise und eine unsichere Förderlandschaft sind für uns ein Bremsklotz. Wir brauchen dringend mehr Unterstützung und Rückhalt von der Politik, sonst sind die Klimaziele nicht zu schaffen."

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