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Sanierung Hamburg-Hannover fällt geringer aus

Von dpa

Hannover (dpa). – Die Deutsche Bahn reduziert den Umfang der geplanten Erneuerungsarbeiten auf der Strecke Hamburg-Hannover. Grund ist nach Angaben des Unternehmens die Rücksichtnahme auf die länger dauernde Korridorsanierung Hamburg-Berlin.

Die ursprünglich für den Zeitraum vom 1. Mai bis 10. Juli geplanten Arbeiten fallen nun weniger umfangreich aus. Statt der ursprünglich vorgesehenen Maßnahmen sollen lediglich rund 66 Kilometer Gleis, 36 Weichen, sechs Weichenheizungen und zwei Kilometer Oberleitung modernisiert werden. Nach Angaben der Bahn wird damit das Notwendigste repariert, während weitere Arbeiten in die Korridorsanierung vom 5. Januar bis 22. Juni 2029 verschoben werden.

Die Strecke wird für den Bahnbetrieb ab dem 1. Mai um 21.00 Uhr zunächst abschnittweise, ab dem 14. Juni komplett gesperrt. Der Fernverkehr zwischen Hamburg und Hannover wird umgeleitet. Für den Regionalverkehr hat die Bahn ein Ersatzkonzept entwickelt: Zwischen Hannover und Celle fahren zusätzliche S-Bahnen, zwischen Lüneburg und Hamburg sowie teilweise bis Uelzen wird es ein Grundangebot mit Zügen geben. Zwischen Langenhagen und Lüneburg kommen Ersatzbusse zum Einsatz.

Die Trasse Hannover-Hamburg gilt seit Jahren mit einer Auslastung von 147 Prozent als chronisch überlastet, die Infrastruktur als baufällig. Wegen der vielen Störungen setzt die Bahn vor die Generalsanierung 2029 eine Bauphase, die sie "Qualitätsoffensive" nennt.

"Bei der Qualitätsoffensive bündeln wir in zehn Wochen viele unterschiedliche Arbeiten zur Erneuerung und Instandhaltung der wichtigen und hochfrequentierten Strecke zwischen Hamburg und Hannover", sagte Dieter Olliges, Projektleiter der DB InfraGo. Das Vorhaben auf der 163 Kilometer langen Strecke sei ein Balanceakt in verkürzter Bauzeit. Das große Ziel seien weniger technische Störungen.

Besorgt über die Sperrung zeigen sich Unternehmen im Schienengüterverkehr. Die Strecke Hamburg-Hannover ist eine zentrale Verbindung für den Güterverkehr – besonders für Transporte vom Hamburger Hafen in Richtung Italien sowie nach Südost- und Osteuropa.

"Die Bezeichnung Qualitätsoffensive für diese Sperrung greift aus unserer Sicht zu kurz: Die geplanten Maßnahmen entsprechen faktisch einer Korridorsanierung, wie sie die DB auf vielen Strecken in ganz Deutschland umsetzt, und bringen entsprechend weitreichende Einschränkungen mit sich", heißt es vom Verband Die Güterbahnen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen für die Unternehmen seien erheblich.

Besonders kritisch wird die zeitliche Überschneidung mit der verzögerten Korridorsanierung Hamburg-Berlin bewertet. Ursprünglich sollten sich die Maßnahmen nicht überlagern, inzwischen sei genau dies der Fall. "Zwar hat die InfraGo auf die veränderte Lage mit einem angepassten Sperrkonzept reagiert, doch bestehen Zweifel, ob dieses in der Praxis ausreichend funktioniert." Die Strecke Hamburg-Berlin soll am 14. Juni wieder vollständig in Betrieb gehen, sechs Wochen später als ursprünglich geplant.

dpa

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