Gelsenkirchen (ABZ). – Im Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen läuft der Rückbau von "Block F". Die Firma Regrata Abbruch setzt dabei unter anderem auf den neuen Hydraulikhammer der Bezeichnung HB 5800 von Epiroc. Das Projekt soll bis September 2026 abgeschlossen sein.
Das Kraftwerk Scholven blickt laut Angaben der Betreiber auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück. Ursprünglich zur Eigenversorgung der Zeche Scholven errichtet, entwickelte sich der Standort in den 1960er- und 1970er Jahren zu einem der leistungsstärksten Steinkohlekraftwerke Europas mit einer installierten Leistung von 2126 MW. "Block F" wurde 1979 in Betrieb genommen und 2014 stillgelegt.
Mit dem Rückbau des "Block F" wird ein weiterer Schritt zur Transformation des Areals vollzogen. Ziel ist die Errichtung einer neuen Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD), die perspektivisch auch mit Wasserstoff betrieben werden kann. Damit soll der Standort Scholven zu einem zukunftsorientierten Energie- und Technologiestandort weiterentwickelt werden.
Regrata Abbruch und Recycling ist ein Unternehmen der Matthäi-Gruppe und übernimmt im Auftrag der Uniper Kraftwerke die Projektleitung. Für den Rückbau setzt das Unternehmen auf verschiedene spezialisierte Großgeräte. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang der neue Epiroc-Hydraulikhammer HB 5800. Mit einem Einsatzgewicht von 5800 kg eignet sich das Anbaugerät für Trägergeräte zwischen 58 und 100 t. Seine hohe Schlagkraft ermöglicht laut Aussage des Herstellers den effizienten Abbruch massiver Betonstrukturen.
"Der Einsatz des Epiroc HB 5800 unterstützt Regrata bei der technischen Umsetzung dieses anspruchsvollen Projekts. Er vereint Leistung und Zuverlässigkeit - die Grundvoraussetzungen zur Erledigung solcher komplexen Aufgaben", erklärt Björn Bassen, Prokurist und Oberbauleiter von Regrata. "Aus diesem Grund setzt Regrata seit Jahren auf Hydraulikhämmer von Epiroc." Der Rückbau umfasst sämtliche Kraftwerks- und Nebenanlagen des "Block F".
Neben dem Epiroc-Hydraulikhammer kommen Longfrontbagger mit bis zu 175 t Einsatzgewicht, Raupengittermastkräne sowie Brech- und Pressanlagen zum Einsatz. Die Thüringer Sprenggesellschaft, ebenfalls Teil der Matthäi-Gruppe, ist für den sprengtechnischen Rückbau einiger Gebäude von Block F eingebunden. Das Projekt verläuft nach Angaben der Beteiligten planmäßig. Die Bauzeit ist von April 2024 bis September 2026 angesetzt. Die geplante GuD-Anlage markiert den Übergang von fossiler zu klimafreundlicher Energieerzeugung. Perspektivisch ist auch der vollständige Umstieg auf Wasserstoff vorgesehen.