Düsseldorf (ABZ). – Von den Pyramiden Ägyptens über die imposanten Kathedralen Europas bis hin zu zeitgenössischen Neubauten: Architektonische Bauwerke aus Stein ziehen sich durch die gesamte menschliche Zivilisationsgeschichte.
Seit jeher verkörpert das Baumaterial Stein Schönheit und Beständigkeit. Damit das so bleibt, leisten Steinklebstoffe heute tatkräftige Unterstützung – sei es bei Restaurationen historischer Bauwerke oder herausfordernden architektonischen Designs.
Heutige Steinklebstoffe sind nach Meinung des Industrieverbands Klebstoffe hochentwickelte Produkte, die eine Vielzahl von Anwendungen in der Architektur ermöglichen. Sie zeichnen sich durch ihre hohe Haftfestigkeit, Witterungsbeständigkeit und Langlebigkeit aus. Darüber hinaus ermöglichen sie eine nahtlose Verbindung zwischen Steinen, was zu einer ästhetisch ansprechenden Oberfläche führt.
Ein beeindruckendes Beispiel für die Anwendung von Steinklebstoffen im Bereich der Restauration ist der Tempel Borobudur auf der indonesischen Insel Java.
Er ist der größte buddhistische Tempel der Welt und wurde vermutlich im 9. Jahrhundert erbaut. Er geriet für fast 1000 Jahre in Vergessenheit und wurde 1814 wiederentdeckt. Seither wurden an der 1991 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärten Tempelanlage zahlreiche restauratorische Arbeiten vorgenommen – von 2011 bis 2017 auch mit Finanz- und Sachhilfen der Bundesrepublik Deutschland.
Im Zuge dessen wurden mit Marmor-Klebstoff Brüche, Abplatzungen und Verkittungen an Figuren, Wandreliefs und Stuckelementen restauriert.
Dass der Zahn der Zeit auch keinen Halt vor modernen Werkstoffen und Verarbeitungstechniken macht, zeigt beispielsweise das Beispiel des Palais Royal in Paris. Das vom Architekten Jacques Le Mercier für den ersten Minister Ludwigs XIII, Kardinal Richelieu, erbaute Stadtschloss beherbergt heute eine Reihe von Regierungsbüros, darunter das Kulturministerium und den Verfassungsrat. In den 1980er-Jahren erhielt der Innenhof eine moderne Platzgestaltung. Dazu gehörten im strengen, engen Raster angeordnete Säulen aus weißem Terrazzo mit ihren senkrechten Intarsien aus schwarzem Marmor, die den Innenhof auf zwei Ebenen durchziehen. Nach 20 Jahren wurden die Säulen sowie die Bodenintarsien restauriert. Der Grund: Sie bestehen aus einem hellen Terrazzo. Dieser besteht aus einer Körnung von unterschiedlichen Kalk- und Marmorgesteinen, die in einer Matrix aus weißem Zement gebunden sind. In diesen wurden farblich kontrastierende Intarsien aus dem Kalkstein Nero Marquina eingelassen.
Aufgrund ihrer unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten und den daraus resultierenden Spannungen entstanden mit der Zeit Risse beziehungsweise bildeten sich Schalen, die schon bei leichter Krafteinwirkung abplatzten.
Bei den Restaurierungsarbeiten wurden Risse, Hohlräume und kleinste Löcher mit einem dünnflüssigen Zweikomponentenklebstoff auf Epoxidharzbasis aufgefüllt.
Steinkleb- und Dichtstoffe finden natürlich nicht nur bei der Instandsetzung oder Instandhaltung von bereits bestehenden Bauwerken Verwendung. Sie leisten auch tatkräftige Unterstützung bei innovativen Designs und Konstruktionen von Neubauten – so wie beim Pariser Privatmuseum Fondation Louis Vuitton.
Das Gebäude wurde vom amerikanischen Architekten Frank Gehry entworfen und 2014 eröffnet. Die 19.000 Blöcke des Gebäudes bestehen aus faserverstärkten Betonplatten, während die 3600 Paneele aus gehärtetem und geschichtetem Glas von einer dreieckigen Struktur aus Stahl und Holz getragen werden. Für das farbgenaue Verfugen der Steinoberflächen im Innen- und Außenbereich des Gebäudes wurde ein feuchtigkeitshärtender, einkomponentiger Fugendichtstoff auf Basis von Silikonkautschuk eingesetzt.
Steinklebstoffe spielen somit nach Meinung des Industrieverbands Klebstoffe eine ganz entscheidende Rolle in der Architektur – sowohl bei der Restaurierung historischer Gebäude als auch bei der Errichtung von neuen Bauwerken.
Sie ermöglichen es uns allen, die Schönheit und Beständigkeit von Stein in unserer gebauten Umgebung zu bewahren und gleichzeitig innovative und herausfordernde architektonische Designs zu realisieren.